Iran: Neue Spitzenposten bei Revolutionswächtern – Spekulationen um Khamenei

Datum10.08.2026 21:03

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Iran hat sechs neue militärische Spitzenposten bei den Revolutionswächtern besetzt, darunter Ahmad Wahidi als Oberbefehlshaber und Hossein Taeb als Chef der Basidsch-Milizen. Diese Ernennungen, die über Khameneis Telegram-Kanal bekannt gegeben wurden, könnten auf eine Konsolidierung des iranischen Machtapparats nach gezielten Tötungen im Irankrieg hindeuten. Gleichzeitig nähren Khameneis jüngste Abwesenheit und die Ernennung eines neuen Sicherheitsberaters Spekulationen über seinen Gesundheitszustand.

InhaltIm Irankrieg sind wichtige Führungspersönlichkeiten des Regimes getötet worden. Nun hat Mojtaba Khamenei neue Personalien via Telegram verkündet. Der Zeremonie blieb er fern – was Gerüchte über seinen Gesundheitszustand nährt. Erst am Vortag hatte Teheran einen neuen obersten Sicherheitsberater ernannt. Nun sind sechs neue militärische Führungspersonen bestimmt worden. Die Dekrete zu den Neubesetzungen wurden am Abend (Ortszeit) auf einem Telegram-Kanal veröffentlicht, der Nachrichten des obersten iranischen Führers Mojtaba Khamenei transportieren soll. Iranische Medien berichteten gleichlautend und zeigten Bilder einer Zeremonie, bei der Khamenei jedoch nicht zu sehen war. Nachdem bei amerikanisch-israelischen Luftangriffen insbesondere zu Beginn des Irankriegs gezielt militärische Führungspersönlichkeiten im Land getötet worden waren, könnten die Neubesetzungen dazu dienen, Ordnung in Irans Führung zu bringen. Womöglich sind sie ein Zeichen dafür, dass Teheran von einem akuten Krisenmodus zu einer Formalisierung und Konsolidierung des Machtapparats übergeht. Folgende Namen stehen im Fokus: Ahmad Wahidi wird in den Rang eines Generals befördert und als Oberbefehlshaber der mächtigen Revolutionswächter (IRGC) formal festgelegt – er führt die Rolle bereits seit der Tötung seines Vorgängers aus. Zudem wird mit Hossein Taeb ein langjähriger Geheimdienstler zum neuen Chef der paramilitärischen Basidsch-Milizen. Daneben wurden Ali Abdollahi als Stabschef der Streitkräfte, und Ali Asmai als Kommandeur der Seestreitkräfte der Revolutionswächter ernannt. Zwei weitere Ernennungen betreffen Stellvertreter. Erst am Sonntag hatte Khamenei den ehemaligen IRGC-Kommandeur Mohsen Resai als neuen Vorsitzenden des iranischen Nationalen Sicherheitsrates ernannt. Iran-Experte Hamidreza Azizi argumentierte in der "New York Times" , die Ernennung diene dazu, den Einfluss des Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf auszubalancieren. Ghalibaf trat in den Verhandlungen mit den USA zuletzt als Chef-Unterhändler auf. Unterdessen gehen die Spekulationen rund um Khamenei weiter: Der oberste Führer Irans ist seit seiner Ernennung vor mehr als vier Monaten nicht öffentlich in Erscheinung getreten. Seither wird über den Verbleib Khameneis diskutiert. Immer wieder heißt es, er sei bei schlechter Gesundheit.