Datum10.08.2026 19:27
Quellewww.zeit.de
TLDREin Belastungstest an der gesperrten Brücke Budapester Straße in Dresden hat begonnen. Vier Schwerlastfahrzeuge mit bis zu 326 Tonnen Gesamtgewicht sollen die Resttragfähigkeit des Spannstahlbaus ermitteln. Ziel ist es, zu prüfen, ob die Brücke nach zahlreichen Spanndrahtbrüchen schrittweise wieder für reduzierten Verkehr geöffnet werden kann. Ähnliche Brückenbauwerke mit dem gleichen Spannstahl gelten als gefährdet. Der Test dauert mehrere Nächte und kostet rund 900.000 Euro.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Brücke Budapester Straße“. Lesen Sie jetzt „Belastungstest an zentraler Dresdner Brücke begonnen“. Auf der maroden Brücke Budapester Straße in der Nähe des Dresdner Hauptbahnhofes hat ein Belastungstest begonnen. Dieser soll nach Angaben der Stadt nähere Informationen über die Stabilität des Spannstahlbaus liefern, der wegen zahlreicher Spanndrahtbrüche zum Großteil gesperrt ist. Wenn es die Ergebnisse zulassen, könnte die Brücke schrittweise wieder in Betrieb genommen werden. Bei dem Test fahren vier Schwerlastfahrzeuge mit zunehmendem Gewicht über die Brücke, die dabei kontinuierlich überwacht wird. Sensoren erfassen, wie sich das Bauwerk unter der Belastung verhält, ob weitere Schäden entstehen und wie sich die Verformungen und Spannungen entwickeln. Der Test kostet rund 900.000 Euro. "326 Tonnen werden schrittweise aufgebracht", sagte Versuchsleiter Oliver Mosig vor dem Start. Die vier Fahrzeuge würden für den Test schrittweise zusätzlich beladen, um auf das geplante Gewicht zu kommen. "Wir wollen mit dem Belastungsversuch die Resttragfähigkeit der Brücke ermitteln." Es gehe darum, ob sie in Zukunft für einen verringerten Verkehr wieder geöffnet werden könne, sagte Mosig. Insgesamt drei Abende und Nächte sind eingeplant. Als Erstes wird Brückenzug C getestet. Dort wurde der Großteil der Spanndrahtbrüche festgestellt, die zur Sperrung der wichtigen Dresdner Verkehrsachse geführt hatten. Ab Dienstagabend fahren die Schwerlastfahrzeuge dann über den Brückenzug A. Als Reservetermin ist Mittwoch vorgesehen. Von jeweils 18 Uhr bis 6 Uhr gelten umfassende Sperrungen, die auch den derzeit noch befahrbaren Bereich umfassen. Der Test selbst läuft jeweils von 19 bis 5 Uhr. Einen ähnlichen Test hatte es im April 2025 in Bad Schandau gegeben. Die monatelange Vollsperrung der dortigen Elbbrücke konnte anschließend für den Verkehr bis 7,5 Tonnen aufgehoben werden. Die beiden Brücken in Dresden und Bad Schandau sind in gleicher Bauweise wie die teilweise eingestürzte Dresdner Carolabrücke errichtet. Sie gelten wegen des verbauten Hennigsdorfer Spannstahls als gefährdet für sogenannte Spannungsrisskorrosion, die laut Gutachten den Einsturz der Carolabrücke im September 2024 verursachte. Nach dem Einsturz hatte man auch ähnliche Brückenbauwerke in Dresden und ganz Sachsen unter die Lupe genommen. Aufgrund der dabei festgestellten Schäden wurde der Verkehr auf der Brücke Budapester Straße Anfang Mai zunächst begrenzt und aufgrund weiterer Schadensbilder am 13. Mai weitgehend lahmgelegt. Wenn man den Verkehr weiter zugelassen hätte, wäre das Bauwerk eingestürzt, stellte Brückenexperte Steffen Marx damals unmissverständlich klar. Zur Entlastung des Brückenzugs C wurden in den vergangenen Wochen zusätzliche Stützen angebracht. © dpa-infocom, dpa:260810-930-510829/1