Auch Bayern und Mecklenburg-Vorpommern lockern Lkw-Sonntagsfahrverbot

Datum10.08.2026 19:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRAufgrund des anhaltenden Niedrigwassers, das den Schiffsverkehr behindert, lockern Bayern und Mecklenburg-Vorpommern das Lkw-Sonntagsfahrverbot. Dies soll Lieferketten stabilisieren und Produktionsausfälle verhindern. Bereits andere Bundesländer hatten ähnliche Maßnahmen ergriffen. Kritiker sehen darin keine nachhaltige Lösung für die durch den Klimawandel verursachten Probleme.

InhaltDas anhaltende Niedrigwasser belastet die Wirtschaft. Bereits mehrere Bundesländer haben vorübergehend das Sonntagsfahrverbot für Lkw ausgesetzt. Nun folgen Bayern und Mecklenburg-Vorpommern und erhoffen sich Entlastung. Das anhaltende Niedrigwasser beeinträchtigt den Gütertransport auf wichtigen Wasserstraßen. Bereits mehrere Bundesländer haben deshalb vorübergehend das Sonn- und Feiertagsverbot für Lkw ausgesetzt, um die Lieferketten zu stabilisieren. Nach Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Baden-Württemberg folgen nun auch Bayern und Mecklenburg-Vorpommern der Lockerung. In Bayern wird das Lkw-Fahrverbot vom kommenden Wochenende an vorübergehend ausgesetzt. "Mit der Aufhebung des Fahrverbots können kritische Güter wie Rohstoffe, Chemikalien und Energieträger auf die Straße umgelenkt werden", begründete Innenminister Joachim Herrmann (CSU) die Entscheidung. Die Maßnahme soll laut Herrmann dafür sorgen, Lieferketten zu stabilisieren und Produktionsstopps in der Industrie zu verhindern. "Die Produktion muss weiterlaufen, Wirtschaft und Landwirtschaft sind auf funktionierende Transporte angewiesen", sagte Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU). Die Lockerung sei ein wichtiger Baustein, um das historische Niedrigwasser auf den Bundeswasserstraßen abzufedern. Genaue Regeln würden derzeit noch erstellt, hieß es bei den Ministerien. Auch Mecklenburg-Vorpommern lockert das Sonn- und Feiertagsfahrverbot für Lkw zum kommenden Wochenende, wie ein Sprecher des Schweriner Verkehrsministeriums auf Anfrage der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Wie lange die Ausnahmeregelung gelten soll, ließ er offen. Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz und das Saarland hatten das Fahrverbot bereits ab dem vergangenen Wochenende vorübergehend gelockert. Baden-Württemberg und Bayern handeln wie Mecklenburg-Vorpommern zum kommenden Wochenende. Sachsen lehnte jedoch eine allgemeine Lockerung ab und verweist auf mögliche Ausnahmegenehmigungen. Das historische Niedrigwasser gerade am Rhein belastet die deutsche Wirtschaft schon seit Wochen. Schiffe können bei niedrigen Pegelständen weniger Ladung aufnehmen, wodurch Transportkosten steigen und Lieferketten unter Druck geraten. Auch die Binnenschifffahrt auf der Elbe ist von Niedrigwasser betroffen. Während Wirtschafts- und Logistikverbände auf Entlastung für Lieferketten hoffen, kritisieren Gewerkschaften zusätzliche Belastungen für Fahrerinnen und Fahrer. Der Vorsitzende des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Olaf Bandt, sagte, niedrige Flusspegel sind ein Symptom der Klimakrise. Die Maßnahmen zeigten, dass die Regierung dies nicht verstanden habe. Mit der Ausbaggerung von Flussbetten oder mehr Lkw auf Autobahnen lasse sich das Problem nicht lösen, sagte Bandt der "Rheinischen Post".