Datum10.08.2026 17:25
Quellewww.zeit.de
TLDRDynamo Dresden klagt gegen den teilweise Zuschauer-Teilausschluss für das Heimspiel gegen Darmstadt 98. Das DFB-Bundesgericht bestätigte die Strafe wegen Vorfällen im Spiel gegen Hertha BSC, bei denen Pyrotechnik gezündet und das Spielfeld gestürmt wurde. Dresden sieht darin eine Kollektivstrafe und hofft auf Aussetzung der Strafe im Schiedsverfahren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „2. Fußball-Bundesliga“. Lesen Sie jetzt „Dynamo klagt weiter gegen Zuschauer-Teilausschluss“. Dynamo Dresden geht weiter gegen einen Zuschauer-Teilausschluss für das erste Saisonheimspiel am Sonntag gegen Darmstadt 98 vor und hat Klage beim Ständigen Schiedsgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) gegen ein Urteil des DFB-Bundesgerichts eingereicht. Dieses hatte die Dresdner Berufung gegen das Sportgerichtsurteil vom 5. Juni bestätigt, in dem unter anderem etwa 9.500 Plätze im Rudolf-Harbig-Stadion gegen Darmstadt frei bleiben müssen. "Wir haben uns bewusst die Zeit nach der Urteilsverkündung genommen, um die weiteren Schritte sinnvoll abzuwägen. Wir verfolgen nunmehr im ersten Schritt die Aussetzung der Vollstreckung der ausgesprochenen Strafe bis zum Abschluss des Schiedsverfahrens, um ordnungsgemäß vor dem Ständigen Schiedsgericht das Urteil des DFB-Bundesgerichts und unsere Rechte überprüft zu bekommen", sagte Dynamo-Geschäftsführer Stephan Zimmermann in einer Vereinsmitteilung. Nach Angaben der Dresdner soll bereits an diesem Dienstag eine Entscheidung darüber fallen, inwiefern die vom Bundesgericht ausgesprochen Strafe ausgesetzt wird. Dem Verfahren lagen die Vorfälle im Spiel zwischen Dynamo und Hertha BSC (0:1) am 4. April zugrunde. Im Dresdner Zuschauerblock wurden insgesamt 27 pyrotechnische Gegenstände entzündet. Nachdem es zuvor zu erheblichen Auseinandersetzungen zwischen Anhängern beider Vereine sowie Mitarbeitern des Sicherheits- und Ordnungsdienstes gekommen war, überstiegen mindestens 77 Dresdner Anhänger aus dem Bereich des K-Blocks die Begrenzung zum Innenraum und rannten über das Spielfeld in Richtung des Gästeblocks. Dabei wurden gezielt bengalische Feuer und Feuerwerksraketen auf Berliner Anhänger sowie in Richtung des Gästeblocks abgefeuert. Das Spiel musste für 19 Minuten unterbrochen werden. Insgesamt wurden mindestens 17 Personen verletzt. "Das Beschießen von Menschen mit Feuerwerkskörpern kann nicht ansatzweise hingenommen werden. Ebenso stellt das massenhafte Betreten des Innenraums, das eine Fortsetzung des Spiels unmöglich macht, einen Eingriff in den Wettbewerb dar, der unter allen Umständen verhindert werden muss", sagte Oskar Riedmeyer, der Vorsitzende des DFB-Bundesgerichts, in seiner Begründung. Die Hertha war vom DFB-Sportgericht zu einer Geldstrafe in Höhe von 152.000 Euro verurteilt worden, Dynamo muss 91.200 Euro zahlen. Zudem werden bei den nächsten beiden Dynamo-Heimspielen die Fans teilweise ausgesperrt. Die zweite Partie wird dabei allerdings zur Bewährung bis zum Sommer 2027 ausgesetzt. Außerdem müssen beide Teams für kommende Spiele ein gemeinsames Sicherheitskonzept erarbeiten und die Gästekontingente reduzieren. Dresden sah den Teilausschluss der Zuschauer als Kollektivstrafe an und hatte dagegen Einspruch erhoben. Die Argumente der Sachsen überzeugten das Sportgericht aber genauso wenig wie das Bundesgericht. © dpa-infocom, dpa:260810-930-510341/1