Schweres Erdbeben in Kolumbien – Berichte über Tote, Verletzte und Schäden

Datum10.08.2026 17:27

Quellewww.spiegel.de

TLDREin 7,4 starkes Erdbeben erschütterte Kolumbien, mit mindestens 20 Toten und zahlreichen Verletzten. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar. Schwere Gebäudeschäden wurden in mehreren Städten gemeldet, darunter Pereira und Cali. Flughäfen wurden vorübergehend geschlossen. Nachbeben bereiten Sorge.

InhaltEin Erdbeben der Stärke 7,4 erschüttert Kolumbien. Mindestens 20 Menschen seien getötet worden, die Lage "kritisch", Menschen verschüttet, heißt es. Auswirkungen werden weit über das Epizentrum hinaus gemeldet. Ein Erdbeben der Stärke 7,4 hat Kolumbien erschüttert. Es gab Verletzte und teils schwere Gebäudeschäden, auch Tote wurden gemeldet. Der Bürgermeister von Pereira, Mauricio Salazar, sprach von mindestens 18 Todesopfern. "Die Situation ist kritisch", mahnte er. Weitere Menschen seien in eingestürzten Gebäuden verschüttet. Der Bürgermeister von Manizales, Jorge ‌Eduardo Rojas, meldete zwei Todesopfer. Das Epizentrum lag nahe San José del Palmar im westkolumbianischen Departamento Chocó, wie der Kolumbianische Geologische Dienst (SGC) mitteilte. Das Beben ereignete sich demnach in einer Tiefe von 96 Kilometern. Das Beben ereignete sich um 7.34 Uhr Ortszeit. In der Hauptstadt des Departamentos Chocó, Quibdó, wurden nach Angaben der Gouverneurin Nubia Carolina Córdoba mehrere Menschen verletzt und Gebäude schwerbeschädigt. "Uns bereiten die Nachbeben Sorgen", schrieb Córdoba auf der Plattform X. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die nationale Katastrophenschutzbehörde ‌UNGRD erhielt Berichte aus neun Provinzen. Das Beben war in allen 32 Provinzhauptstädten zu spüren ‌und löste Evakuierungen aus. So waren die Erschütterungen unter anderem in Städten und Gemeinden wie Bogotá, Medellín, Cali, Pereira und Manizales zu spüren, wie mehrere Medien berichteten . In der Millionenstadt Cali seien Teile von Gebäudefassaden beschädigt worden, Bürgermeister Alejandro Eder meldete mindestens 20 eingestürzte Gebäude. Unter den Trümmern würden noch mehrere Menschen vermutet. Die genauen Schäden würden nun mithilfe von Drohnen ermittelt. In Manizales habe ein Turm der Kathedrale Schäden erlitten. Auch aus Pereira seien Gebäudeschäden gemeldet worden. In Bogotá wurden Gebäude evakuiert, die Schäden in der kolumbianischen Hauptstadt beschränkten sich dem Bürgermeister zufolge aber auf Risse in Gebäuden. An den kleineren Flughäfen in Pereira, Manizales, Quibdó, Armenia, Cartago und Buenaventura wurde der Flugverkehr "aus Sicherheitsgründen" eingestellt, wie die Luftfahrtbehörde mitteilte. Ein Tsunami sei nicht zu befürchten, erklärten Behördenvertreter. Augenzeugen sagten der Nachrichtenagentur ‌Reuters, dass ​das Beben auch im venezolanischen Grenzstaat Tachira sowie in der Stadt Barquisimeto im Westen des Landes zu spüren war. Venezuela war ​im Juni  von zwei verheerenden Erdbeben ⁠erschüttert worden. Dabei kamen mehr als ​6000 Menschen ​ums Leben, die meisten davon an der Küste nahe der Hauptstadt Caracas. Journalisten der Nachrichtenagentur AFP zufolge waren die aktuellen Erdstöße auch in der ecuadorianischen Hauptstadt Quito sowie in Panama zu spüren. Der erst kürzlich vereidigte Präsident Abelardo de la Espriella ordnete die Einrichtung eines Krisenstabs in San José del Palmar an. Dieser soll die Maßnahmen zur Bewältigung der Schäden und die Hilfe für Betroffene koordinieren. De la Espriella kündigte an , persönlich nach Pereira zu reisen. Kurz nach dem Hauptbeben registrierte der Kolumbianische Geologische Dienst zudem ein Nachbeben der Stärke 4,6 im ebenfalls im Departamento Chocó gelegenen Nóvita.