Katastrophenschutz: Nach Übung im ICE-Tunnel - Schwächen bei Alarmierung

Datum10.08.2026 17:15

Quellewww.zeit.de

TLDREine Katastrophenschutzübung im ICE-Tunnel in Thüringen legte erhebliche Schwächen in der Alarmierungs- und Meldekette offen. Es kam zu Verzögerungen bei der Übermittlung des Notrufs und der Feuerwehralarmierung. Technische Defekte und reale Einsätze behinderten die Übung zusätzlich. Innenminister Maier mahnte eine Verbesserung der Prozesse an, um solche Probleme zukünftig zu vermeiden und forderte eine Reduzierung der Leitstellen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Katastrophenschutz“. Lesen Sie jetzt „Nach Übung im ICE-Tunnel - Schwächen bei Alarmierung“. Bei einem Übungseinsatz im Sandbergtunnel (Ilm-Kreis) am Wochenende hat es nach Angaben des Innenministeriums erhebliche Verzögerungen gegeben. "Die Übung hat Schwachstellen in der Melde- und Alarmierungskette offengelegt, die wir sehr ernst nehmen", sagte Thüringens Innenminister Georg Maier (SPD). "So etwas wie am Samstag darf es nicht noch einmal geben." Dafür müssten alle Beteiligten zusammenarbeiten. Wie das Innenministerium mitteilte, gab es nach vorläufigem Stand Verzögerungen bei der Übermittlung des Übungsnotrufs sowie bei der Alarmierung der Feuerwehr. Zudem habe es einen technischen Defekt sowie reale Einsätze, darunter zwei schwere Verkehrsunfälle auf der Autobahn, gegeben. Einzelne Einheiten hätten zudem aufgrund einer zuvor veränderten Einsatzplanung längere Anfahrtswege gehabt. Die genauen Abläufe würden weiter ausgewertet, hieß es. Am Samstag hatte es bei der Übung mit mehr als 250 Einsatzkräften Probleme gegeben. Mehrere Medien berichteten. Simuliert wurde der Brand eines ICE, bei dem eingesetzten Komparsen als Passagiere gerettet werden sollten. Im Mittelpunkt stand den Angaben nach die Zusammenarbeit von Feuerwehr, Rettungsdienst und weiteren beteiligten Organisationen. Nach Angaben des "Freien Wort" dauerte es mehr als zwei Stunden, bis die ersten Rettungstrupps nach der Feuermeldung eintrafen.  Auch die Landrätin des Ilm-Kreises sprach von Problemen bei der Übung. "Diese hat gezeigt, dass es noch große Defizite gibt", sagte Petra Enders in einem Statement. Aus ihrer Sicht habe es erhebliche Probleme bei der Kommunikation gegeben. Maier forderte, dass die Alarmierungswege künftig technisch und organisatorisch sowie auch praktisch regelmäßig getestet werden sollten. Außerdem solle die Zahl der Leitstellen deutlich reduziert werden.  Eine ähnlich große Tunnelübung hatte zuletzt 2019 stattgefunden. Der Tunnel gehört zur 107 Kilometer langen ICE-Strecke zwischen Nürnberg und Erfurt. 41 Kilometer der Strecke verlaufen durch Tunnel. © dpa-infocom, dpa:260810-930-510309/1