Klingbeil rudert bei Steuerplänen für Vereine zurück

Datum10.08.2026 16:39

Quellewww.spiegel.de

TLDRFinanzminister Lars Klingbeil nimmt seine Pläne für höhere Steuern bei Vereinen zurück, nachdem diese auf heftige Kritik gestoßen sind. Er bedauert, dass der Eindruck entstanden sei, Ehrenamtliche würden stärker belastet. Klingbeil betont, dass seine ursprünglichen Pläne nur Wirtschaftsvereine betrafen, nicht gemeinnützige Organisationen. Der umstrittene Passus wird aus dem Gesetzesentwurf gestrichen.

InhaltMit seinem Vorstoß für höhere Steuern für Vereine hat sich der Finanzminister Ärger eingehandelt. Ihm sei es dabei gar nicht um Ehrenamtliche gegangen, sagt Klingbeil nun, sondern um Wirtschaftsvereine. Seine Pläne ändert er dennoch. Es hagelte deutliche Kritik, nun rückt Finanzminister Lars Klingbeil von seinen Plänen über höhere Steuern für Vereine ab. Der entsprechende Passus werde aus dem Gesetz gestrichen, sagte der SPD-Chef der Nachrichtenagentur dpa. Es sei ihm dabei nie um kleine Vereine gegangen, sondern um Wirtschaftsvereine und Verbände. "Durch die öffentliche Debatte der letzten Tage ist allerdings der Eindruck entstanden, wir würden es den Tausenden Ehrenamtlichen in unseren Vereinen schwer machen wollen", sagte Klingbeil. Die Kritik nehme er ernst und streiche die entsprechenden Formulierungen aus dem Entwurf. Ursprünglich wollte Klingbeil, dass für steuerpflichtige Vereine statt eines Freibetrags von 5000 Euro eine Freigrenze von 1000 Euro gilt. Einkommen bis 1000 Euro wären damit steuerfrei geblieben, sobald höhere Gewinne erzielt worden wären, wäre das gesamte Einkommen steuerpflichtig gewesen. Gemeinnützige Vereine, also kleine Sportvereine, Musikvereine, Umwelt- und Tierschutzvereine, Wohlfahrts-, Feuerwehr- und Heimatvereine, wären nicht betroffen gewesen. Sie sind mit der Anerkennung der Gemeinnützigkeit von fast allen Steuerarten befreit. Heftige Kritik hatte es auch an der geplanten Einkommensteuerreform gegeben: Unionspolitiker hatten Klingbeil vorgeworfen, die Bürger weniger zu entlasten als versprochen. Dem widerspricht der SPD-Minister klar: "Den Beschluss des Koalitionsausschusses setzen wir damit 1:1 um", sagte er. Im Jahr 2028 werde die versprochene Entlastung in Höhe von zehn Milliarden Euro erreicht. Zugleich betonte Klingbeil: "Es ist kein Geheimnis, dass ich deutlich weitergehende Vorschläge gemacht habe." Wichtig sei aber, dass die Reform nun zügig umgesetzt werde. Die Bundesregierung schnürt ein großes Reformpaket. Mit unserem interaktiven Rechner  finden Sie heraus, wie all diese Reformen zusammenwirken: Haben Sie am Ende mehr oder weniger auf dem Konto?