Fiktive Dobby-Grabstätte in Wales: Wie »Harry Potter«-Fans ein teures Energieprojekt verzögerten

Datum10.08.2026 12:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRFans der "Harry Potter"-Reihe haben die Verlegung eines Starkstromkabels in Wales verhindert. Die geplante Trasse führte durch die fiktive Grabstätte des Hauselfen Dobby am Strand Freshwater West, die in den Filmen als Drehort diente. Hunderte wütende Fans protestierten, woraufhin die Projektplaner die Route änderten, um Dobbys Grab zu umgehen. Das Projekt, das Wales mit Irland verbindet, läuft nun weiter.

InhaltDobby kann weiter in Frieden ruhen: Die Kabeltrasse eines Energieprojekts sollte direkt durch das fiktive Grab des Hauselfen in Wales führen. Doch die Planer hatten die Rechnung ohne die Potterheads gemacht. In der Welt von "Harry Potter" könnten Zauberer möglicherweise Berge versetzen. In der Realität haben Fans der Welt von J.K. Rowling immerhin die Verlegung eines Grabes verhindert – also zumindest einer fiktiven Ruhestätte. In Wales sind Kabel eines mehrere Hundert Millionen Euro teuren Energieprojekts nicht an der geplanten Stelle durch die Dünen eines Strands verlegt worden, weil dort in der "Harry Potter"-Filmreihe der Hauself Dobby begraben worden ist. Die Szene mit dem Begräbnis des populären Harry-Potter-Charakters wurde an dem Strand Freshwater West in Wales gedreht. Die malerische Küste ist ein beliebtes Ausflugsziel und zieht auch zahlreiche Fans der Reihe an. Genau durch diese Stelle am Strand sollte eine Verbindungsleitung für den Transport von Solar- und Windenergie gehen. Ein ehemaliger Verantwortlicher des Projekts, Simon Ludlam, hat nun in dem Podcast "The Energy Revolution"  verraten, dass die Pläne für die Kabel bei vielen Fans von Harry Potter für Aufruhr sorgten. Nach einem BBC-Interview über die Pläne für die Kabel haben laut Ludlam "Hunderte wütende Fans angerufen", die sich darüber empört haben, dass das Kabel "direkt durch Dobbys Grab" verlegt werden sollte. Er selbst habe die Figur nicht gekannt und den Aufruhr nicht verstanden, sagte Ludlam in dem Podcast. Ein Kollege habe ihn aber davon überzeugt, dass es eine "sehr, sehr ernste" Angelegenheit sei. "Also haben wir uns erneut mit den Planern zusammengesetzt und genau besprochen, wie wir die Kabeltrasse so umleiten können, dass wir nicht mehr durch Dobbys Grab verlaufen", sagte Ludlam. Viele Leute seien darüber sehr glücklich gewesen. Und: "Das Projekt läuft jetzt weiter und Dobby ist glücklich." Das Starkstromkabel verbindet Wales mit der irischen Grafschaft Wexford und transportiert insbesondere Wind- und Solarstrom zwischen beiden Ländern. Dobby stirbt im siebten und letzten Band der Reihe in Harrys Armen nach dessen Befreiung aus den Fängen der Malfoys. Die Fans des Hauselfen haben an dem Gedenkort beschriftete Steine mit Nachrichten an Dobby hinterlassen, teils auch Socken – als Symbol für dessen Freilassung. In der Geschichte kann ein Hauself nur befreit werden, wenn ihm sein Herr ein Kleidungsstück schenkt. Das macht Dobbys Gebieter Lucius Malfoy, als er dem Elfen durch einen Trick Harry Potters versehentlich eine Socke gibt.