Datum10.08.2026 12:39
Quellewww.zeit.de
TLDRSachsen testet ein Pilotprojekt zur Beschleunigung von Betriebsprüfungen. Die "Express-Betriebsprüfung" (Express-Bp) soll die Dauer für kleine und mittlere Unternehmen auf maximal 90 Tage verkürzen. Ziel ist die Senkung von Kosten und Bürokratie für Unternehmen und Finanzverwaltung. Elektronische Datenlieferung, straffe Terminplanung und gezielte Schwerpunkte sollen die Effizienz steigern. Dies ist Teil der Bürokratieabbau-Initiative Sachsens.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Finanzverwaltung“. Lesen Sie jetzt „Steuern: Sachsen will Betriebsprüfungen deutlich verkürzen“. Die sächsische Steuer- und Finanzverwaltung möchte die Betriebsprüfungen beschleunigen und geht dabei neue Wege. Man wolle die Kosten sowohl für die Unternehmen als auch für die Steuerverwaltung senken und vor allem die Prüfungsdauer deutlich verkürzen, gab das Finanzministerium bekannt. "Über eine Milliarde Euro an Steuernachforderungen gingen im Ergebnis von Betriebsprüfungen zwischen 2020 und 2025 an den Fiskus. Doch das Verfahren ist zeitlich sehr aufwendig und für alle Beteiligten mit viel Bürokratie verbunden", hieß es zur Begründung. Das soll nun mit dem Pilotprojekt "Express-Betriebsprüfung" (kurz Express-Bp) anders werden. Die Express-Bp sei ein freiwilliges Angebot für kleinere und mittlere Unternehmen in Sachsen, hieß es. Dabei soll die Prüfungsdauer je Unternehmen vom Prüfungsbeginn bis zum vollständigen Abschluss nicht länger als 90 Tage betragen. Für die Unternehmen bedeute das bessere Planbarkeit und Planungssicherheit, um schneller zu ihrem Kerngeschäft zurückkehren zu können. Die Unternehmen sollen nach Angaben des Finanzministeriums frühzeitig elektronische Buchhaltungsdaten liefern, aus denen sich Prüfungsschwerpunkte ergeben. Geplant sind demnach straffe Terminabsprachen, die Möglichkeit von Vor-Ort-Prüfungen sowie zeitnahe Besprechungen. Durch gezielte Schwerpunkte, klare Strukturen und kurze Kommunikationswege soll die Prüfungsdauer signifikant sinken. "Betriebsprüfungen sichern Steuergerechtigkeit und fairen Wettbewerb. Gleichzeitig dürfen sie Unternehmen nicht über Gebühr beanspruchen. Mit der Express-Bp testen wir deshalb ein Verfahren, das schneller und fokussierter arbeitet. Davon sollen Unternehmen und Steuerverwaltung gleichermaßen profitieren", betonte Finanzminister Christian Piwarz (CDU). Das Projekt zu den steuerlichen Betriebsprüfungen reiht sich in die Initiative der sächsischen Staatsregierung zum Bürokratieabbau und zur Staatsmodernisierung ein. Nach Angaben des Finanzministeriums wurden von den 339.019 Betrieben in Sachsen im vergangenen Jahr insgesamt 5.090 geprüft. Bei ihnen ergaben sich Steuernachforderungen in Höhe von insgesamt rund 140 Millionen Euro. Die Summe der Steuernachforderungen für die Jahre 2020 bis 2025 beläuft sich auf rund 1,14 Milliarden Euro. 2025 waren 453 Betriebsprüfer für die Steuerverwaltung tätig. Die durchschnittliche Prüfungsdauer lag bei 315 Tagen. © dpa-infocom, dpa:260810-930-508645/1