Vereidigung: Hamburgs neue Lehrkräfte sollen Haltung gegen Hetze zeigen

Datum10.08.2026 10:00

Quellewww.zeit.de

TLDRHamburgs Schulbehörde fordert neue Lehrkräfte auf, Haltung gegen Hetze zu zeigen und Demokratie aktiv zu verteidigen. Bildungsstaatsrätin von Fintel betonte bei der Vereidigung von 427 Anwärtern, dass Neutralität gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit nicht gefragt sei. Trotz des Beutelsbacher Konsenses, der Meinungsüberwältigung verbietet, müsse die Grenze des Sagbaren klar gezogen werden. Das Interesse an Lehrerstellen in Hamburg ist hoch.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Vereidigung“. Lesen Sie jetzt „Hamburgs neue Lehrkräfte sollen Haltung gegen Hetze zeigen“. Hamburgs Schulbehörde hat angehende Lehrerinnen und Lehrer der Hansestadt zu einem aktiven Eintreten für Demokratie und Menschenrechte aufgefordert. "Als Lehrkraft vertreten Sie keine parteipolitische Position. Gegenüber Diskriminierung und Menschenfeindlichkeit können Sie jedoch nicht neutral bleiben", erklärte Bildungsstaatsrätin Katharina von Fintel laut einer Mitteilung bei der Vereidigung von 427 neuen Lehrkräften im Vorbereitungsdienst. Wo die Würde eines Menschen infrage gestellt werde, brauche es Klarheit. "Wo demokratische Regeln missachtet werden, braucht es Widerspruch", betonte von Fintel im Großen Festsaal des Rathauses. Der sogenannte Beutelsbacher Konsens als eine Grundlage politischer Bildung verbietet Lehrkräften, junge Menschen zu überwältigen oder ihnen eine bestimmte Meinung vorzugeben. Eine demokratische Schule müsse aber dennoch deutlich machen, "wo die Grenze des Sagbaren überschritten wird und aus einer Meinung ein Angriff auf andere Menschen oder auf unsere freiheitliche Ordnung wird". Nach Angaben der Schulbehörde gab es in Hamburg weit mehr Bewerbungen als Plätze. So hätten sich 1.062 junge Menschen um einen der 427 Plätze bemüht. In der vorherigen Runde lag das Verhältnis noch bei 393 Plätzen zu 938 Bewerbungen. Der Notendurchschnitt aus dem Studium liege derzeit bei 1,64. Am begehrtesten waren erneut die Plätze für den Vorbereitungsdienst zum Lehramt Sekundarstufe I und II, also für Stadtteilschulen und Gymnasien. Danach folgten die Grundschulen. Der Anteil an Quereinsteigerinnen und -einsteigern sei im Vergleich zum Einstellungstermin im Vorjahr erneut auf nunmehr 3,8 Prozent gesunken.  Das Durchschnittsalter der Nachwuchslehrkräfte, die nun 18 Monate im Landesinstitut für Qualifizierung und Qualitätsentwicklung und in den Schulen ausgebildet werden, liege bei 30,2 Jahren. Die älteste Person sei 60, die jüngsten seien 23 Jahre alt. 72,6 Prozent der angehenden Lehrkräfte seien Frauen. Der Männeranteil sei jedoch wieder leicht gestiegen – im Vergleich zum Februar um 4,1 Prozentpunkte. © dpa-infocom, dpa:260810-930-507739/1