Konjunktur-Studie: Extremtemperaturen bremsen Wirtschaftswachstum in der EU

Datum10.08.2026 09:59

Quellewww.spiegel.de

TLDRExtreme Hitze und Dürre in Europa werden laut einer Studie der Triodos Bank das EU-Wachstum bis 2026 um etwa ein Prozent (180 Milliarden Euro) schmälern. Hauptursachen sind geringere Arbeitsproduktivität und ein Rückgang der Agrarproduktion. Frankreich, Italien, Spanien und Belgien sind am stärksten betroffen.

InhaltDie Hitze setzt vielen Staaten in Europa schwer zu – und wird laut einer Studie der Konjunktur im EU-Raum einen Dämpfer verpassen. Die extreme Hitze und Dürre in weiten Teilen Europas in diesem Sommer könnten ​das erwartete Wirtschaftswachstum einer Studie zufolge weitgehend zunichtemachen. Die hitzebedingten Störungen dürften ‌das Bruttoinlandsprodukt (BIP) der Europäischen Union 2026 um etwa ein Prozent schmälern, schrieb die auf nachhaltige Projekte spezialisierte niederländische Bank Triodos in einem am Samstag veröffentlichten Bericht. Das entspreche wirtschaftlichen Einbußen in Höhe von rund 180 Milliarden ​Euro. Hauptgrund dafür sei eine geringere Arbeitsproduktivität. Allein diese dürfte das EU-BIP um ⁠etwa ⁠0,6 Prozent drücken. Die landwirtschaftliche Produktion wird dem Bericht zufolge voraussichtlich um drei bis sieben Prozent zurückgehen. "Höhere Lebensmittelpreise, eine eingeschränkte Stromerzeugung ‌und höhere Strompreise sowie Beeinträchtigungen im Straßen-, ​Schienen- und ‌Binnenschiffsverkehr vergrößern den Schaden", heißt es ergänzend in der Studie der Bank. Am stärksten dürfte Frankreich betroffen sein. Dort könnten wiederkehrende Hitzewellen das BIP um etwa 1,4 Prozent verringern und die Wirtschaftsleistung ‌im Gesamtjahr um 0,6 Prozent schrumpfen lassen. Auch Italien, Spanien und Belgien drohten erhebliche Verluste. Länder wie Polen, ‌die weniger außergewöhnlich heiße ​Tage verzeichneten, seien voraussichtlich ‌weniger stark betroffen. Die EU-Kommission hat für die ‌Europäische ​Union ein Wirtschaftswachstum von 1,1 Prozent prognostiziert. Der Internationale Währungsfonds (IWF) rechnet für die Eurozone mit ​einem Plus ⁠von etwa 0,9 Prozent.