EU-Migrationspolitik: EVP-Chef Weber fordert Einführung von Abschiebezentren in Afrika

Datum10.08.2026 08:36

Quellewww.zeit.de

TLDREVP-Chef Manfred Weber fordert die schnelle Einrichtung von Abschiebezentren in Afrika, um die EU-Migrationspolitik unabhängiger von einzelnen Mitgliedstaaten zu machen. Angesichts der jüngsten Ereignisse in Ceuta schlägt er "Return-Hubs" vor, für die die EU Kooperationen mit afrikanischen Ländern anbietet. Weber drängt die Kommission zu handeln und betont, dass Rückführungen nicht vom politischen Willen einzelner Staaten abhängen dürfen.

InhaltManfred Weber will Abschiebezentren außerhalb der EU einführen. Laut dem EVP-Chef darf die Migrationspolitik nicht "vom Willen einzelner Mitgliedstaaten abhängen". Angesichts der Ereignisse in der spanischen Exklave Ceuta hat sich der Chef der Europäischen Volkspartei (EVP), Manfred Weber, für eine schnelle Einführung von Abschiebezentren in Afrika ausgesprochen. "Europa muss rasch Return-Hubs in Afrika verwirklichen", schrieb der CSU-Europapolitiker in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung. "Die EU hat mit guten Handelsbeziehungen, wirtschaftlicher Zusammenarbeit und auch legaler Migration enorme Angebote für Länder, die mit uns bei diesen Return-Hubs kooperieren." Für die Umsetzung von Abschiebezentren brauche es "einen klaren Auftrag an die Kommission", und man dürfe "nicht länger auf den langsamsten Mitgliedstaat warten", schrieb Weber. Auch Rückführungen dürften "nicht länger vom politischen Willen einzelner Mitgliedstaaten abhängen". Seit Jahren werden mögliche Abschiebezentren außerhalb der EU und die Auslagerung von Asylverfahren diskutiert.  Vor etwa zwei Wochen hatten rund 72.000 Menschen vorübergehend die Grenze von Marokko zur spanischen Exklave Ceuta überquert. Die erwachsenen Migranten konnten fast alle zurückgeschickt werden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.