Hunderte humanitäre Helfer starben 2025 im Einsatz

Datum10.08.2026 07:16

Quellewww.spiegel.de

TLDRIm Jahr 2025 kamen weltweit 350 humanitäre Helfer ums Leben, die zweithöchste Zahl seit 1997. Die meisten Todesfälle ereigneten sich im Sudan und Gaza, wobei über 99 Prozent der Opfer lokale Kräfte waren. Der Gazastreifen war mit 186 Toten besonders gefährlich, gefolgt vom Sudan mit 71 Opfern. Diese Zahlen unterstreichen die extremen Gefahren, denen Helfer ausgesetzt sind, obwohl sie durch das humanitäre Völkerrecht geschützt sein sollten.

InhaltWeltweit sind im vergangenen Jahr 350 humanitäre Helfer im Einsatz getötet worden. Die meisten Todesopfer gab es im Sudan und Gaza, zu 99 Prozent trifft es örtliche Einsatzkräfte. Im Jahr 2025 sind weltweit 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter humanitärer Hilfsorganisationen bei ihrem Einsatz ums Leben gekommen. Das ergibt sich aus aktuellen Zahlen der "Aid Worker Security Database", die dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) vorliegen. Demnach gab es 2025 die zweithöchste Zahl von Todesopfern seit Beginn der Datenerfassung im Jahr 1997. Im Jahr 2024 kamen den Zahlen zufolge 387 humanitäre Helfer ums Leben, 2013 waren es 159. Im laufenden Jahr starben den Angaben zufolge bisher 83 Menschen bei humanitären Einsätzen. Besonders gefährlich sind laut den Daten offenbar Einsätze im Gazastreifen, wo infolge des Terrorangriffs der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas und der israelischen Reaktion darauf im vergangenen Jahr 186 Helfer ums Leben kamen. Im Sudan, wo seit April 2023 ein blutiger Bürgerkrieg tobt, starben 71 Menschen bei einem humanitären Einsatz. Er gilt als die derzeit größte humanitäre Katastrophe weltweit. Mehr als 99 Prozent der bei einem Einsatz ums Leben gekommenen humanitären Helfer sind den Angaben zufolge örtliche Einsatzkräfte. Die Statistik erfasst zudem für 2025 auch 322 verwundete und 235 entführte Helfer. Die in Großbritannien erstellte "Aid Worker Security Database" gilt als maßgebliche Referenz für Hilfsorganisationen und Regierungen bei der Bewertung von Entwicklungen im Bereich der Sicherheitsbedrohungen. Der Sprecher der SOS-Kinderdörfer, Breyer, sagte dem Redaktionsnetzwerk Deutschland, weiterhin seien humanitäre Helferinnen und Helfer in vielen Ländern großen Gefahren ausgesetzt. "Sie arbeiten oft unermüdlich und bis an den Rand der Erschöpfung. Das verdient größten Respekt und mehr Schutz." Trotz der massiven Belastung hielten sie in schlimmsten Situationen die Fahne der Menschlichkeit hoch. Eigentlich seien die Helfer durch das humanitäre Völkerrecht geschützt. Dass sie dennoch immer wieder Angriffen ausgesetzt seien, dürfe man nicht hinnehmen, sagte Breyer.