Datum10.08.2026 05:38
Quellewww.spiegel.de
TLDRJuni und Juli 2023 waren in Westeuropa die heißesten seit Beginn der Aufzeichnungen, mit Durchschnittstemperaturen, die den Rekord von 2022 brachen. Hitzewellen, Trockenheit und Waldbrände kennzeichneten den Sommer, während die Meeresoberflächentemperaturen ebenfalls Höchstwerte erreichten. Europa erwärmt sich global am schnellsten, und die zunehmende Trockenheit verstärkt die Hitzewellen.
InhaltHitzewellen, Trockenheit, Waldbrände: Die ersten beiden Sommermonate waren in Westeuropa von Extremen geprägt. Laut dem EU-Klimadienst Copernicus heizten sich auch die Weltmeere auf Rekordniveau auf. Im Juni und Juli war es in Westeuropa so heiß wie nie zuvor in den beiden Sommermonaten. Die Durchschnittstemperatur lag bei 21,62 Grad – und damit über dem bisherigen Rekord aus dem Jahr 2022. Das teilte das EU-Beobachtungsprogramm Copernicus mit. Der Wert spiegele "die außergewöhnlich anhaltende Hitze" in diesem Sommer wider. Allerdings verweist Copernicus auf ein ausgeprägtes Temperaturgefälle von West- nach Osteuropa und Skandinavien, wo es wesentlich kühler war. Auch für Deutschland zeigen die Daten, dass der Südwesten deutlich wärmer war als der Nordosten. Für Gesamteuropa war der vergangene Monat mit einer Mitteltemperatur von 20,49 Grad der elftwärmste Juli. Lesen Sie mehr über die neuesten Entwicklungen, Hintergründe und spannenden Lösungsansätze in unserem Themenspezial. Europa ist der sich weltweit am schnellsten erwärmende Kontinent, und die ersten beiden Sommermonate waren in diesem Jahr von Hitzewellen, Trockenheit und Waldbränden geprägt. Zahlreiche Länder meldeten Temperaturrekorde. Frankreich und Spanien erlebten die schlimmsten Waldbrände seit Langem (mehr dazu hier ). Die Pegelstände der Flüsse – insbesondere des Rheins, der Donau und der Seine – waren ungewöhnlich niedrig (mehr dazu hier ). In mehreren Ländern kam es zu Beeinträchtigungen im Schiffsverkehr, bei der Bewässerung und der Stromerzeugung. Die extreme Trockenheit setzte sich in vielen europäischen Regionen weiter fort. Wie schon im Juni und teilweise im Mai war es auch im Juli in vielen Regionen trockener als im Durchschnitt. Dies betraf vor allem Teile der Iberischen Halbinsel, Frankreichs, Deutschlands, Österreichs, Ungarns und Großbritanniens. Der Feuchtigkeitsgehalt der Bodenoberfläche sei im Juli in Westeuropa deutlich niedriger gewesen als im letzten Dürre-Juli 2022. "Wenn Böden austrocknen, verlieren sie ihre Fähigkeit, auf natürliche Weise für Abkühlung zu sorgen, so dass sich die Hitze noch leichter aufbauen kann", sagte Samantha Burgess, strategische Leiterin für Klima bei Copernicus. "Dies ist ein deutliches Beispiel dafür, wie der Klimawandel Hitzeextreme verstärkt: Hitze und Dürre verstärken sich zunehmend gegenseitig." Auch die Weltmeere heizten sich auf Rekordniveau auf. Die Meeresoberflächentemperatur war im Juli den Angaben zufolge so hoch wie noch nie seit Beginn der Aufzeichnungen in diesem Monat. Die Durchschnittstemperatur lag bei 20,96 Grad. Der bisherige Höchstwert von 20,89 Grad stammt aus dem Juli 2023. Die Messwerte beziehen sich auf die Meere außerhalb der Polarregionen. Copernicus verweist auf die derzeit hohen Temperaturen im äquatornahen Pazifik infolge des beginnenden Klimaphänomens El Niño, das sich in den kommenden Monaten noch verstärken dürfte. Entlang der Atlantikküste und im westlichen Mittelmeer erreichten die Wassertemperaturen Rekordwerte, die mit starken maritimen Hitzewellen einhergingen. Der Klimawandeldienst Copernicus der EU veröffentlicht regelmäßig Daten etwa zur Temperatur an der Erdoberfläche, zur Meereisdecke und zu Niederschlägen. Die Erkenntnisse beruhen auf computergenerierten Analysen, in die Milliarden von Messungen von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen auf der ganzen Welt einfließen.