Berüchtigter KOCG-Clan: Emirate liefern mutmaßlichen Gangsterboss nach Irland aus

Datum10.08.2026 02:14

Quellewww.spiegel.de

TLDRDaniel Kinahan, mutmaßlicher Kopf der europaweit agierenden Kinahan Organised Crime Group (KOCG), wurde von Dubai nach Irland ausgeliefert. Ihm wird die Leitung einer kriminellen Vereinigung von 2015 bis 2017 vorgeworfen. Kinahan wies die Anschuldigungen zurück. Die KOCG soll in Drogenhandel, Geldwäsche und Waffenhandel verwickelt gewesen sein. Die USA hatten eine Belohnung für seine Ergreifung ausgesetzt. Ein Auslieferungsabkommen zwischen Irland und den VAE ermöglichte nun seine Festnahme und Auslieferung.

InhaltDem Iren Daniel Kinahan wird vorgeworfen, Kopf einer europaweit agierenden kriminellen Organisation gewesen zu sein. Nun wurde der 49-Jährige aus Dubai in seine Heimat geflogen – und kam sofort vor ein Gericht. Der mutmaßliche Anführer einer europaweit bedeutsamen kriminellen Organisation ist von Dubai nach Dublin ausgeflogen worden und in Untersuchungshaft genommen worden. Der 49-jährige Ire Daniel Kinahan erschien laut britischer Nachrichtenagentur PA nach der Ankunft zunächst vor einem Sonderstrafgericht. Der Vorwurf: Er soll zwischen Herbst 2015 und Frühjahr 2017 eine organisierte kriminelle Vereinigung geleitet haben. Der britische Sender BBC  berichtete, Kinahan habe über seinen Anwalt die Vorwürfe zurückgewiesen, ein Gangsterboss zu sein. Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Das Medieninteresse in Großbritannien war riesig, als der irische Regierungsjet am Sonntag landete. Der Mann an Bord soll Medienberichten zufolge an der Spitze der Kinahan Organised Crime Group (KOCG) in Irland gestanden haben. Die Gruppe soll in den Neunzigerjahren entstanden sein und sich zur mächtigsten kriminellen Vereinigung Irlands entwickelt haben. Später soll sie angefangen haben, über Landesgrenzen hinweg zu agieren. Berichten zufolge verkaufte die Gruppierung zunächst Kokain und Heroin aus Südamerika in Irland, dann in ganz Großbritannien und auch auf dem europäischen Festland. Hinzu kamen demnach Geldwäsche und Waffenhandel. Zudem sollen Morde verübt worden sein. Eine Fehde mit einer rivalisierenden Drogenbande in Dublin brachte den Clan weltweit in die Schlagzeilen: 2016 fielen Schüsse in einem Hotel in Dublin bei einer Veranstaltung für einen Boxkampf. Daniel Kinahan soll Ziel gewesen sein, er überlebte unverletzt. Er zog erst nach Spanien und schließlich in die Vereinigten Arabischen Emirate. Mehr dazu, wie sich Kinahan zu einem der einflussreichsten Strippenzieher der Boxwelt entwickelte, erfahren Sie hier . Die USA setzten bereits vor Jahren eine Millionensumme für Informationen zum Verbleib des mutmaßlichen Gangsterbosses aus. Kinahan stand zudem seit April 2022 auf einer Sanktionsliste des US-Finanzministeriums: "Jedes Mitglied der KOCG erstattet Daniel Kinahan Bericht", hieß es damals in einer Erklärung  des Ministeriums. Wie der "Guardian"  berichtet, schloss Irland im Mai 2025 ein Auslieferungsabkommen mit den Vereinigten Arabischen Emiraten ab. Kinahan wurde demnach im April dieses Jahres in Dubai festgenommen. Sein Einspruch sei im vergangenen Monat gescheitert. Damit war der Weg frei für seine Auslieferung.