Israel lehnt 15-Punkte-Friedensplan von Donald Trump für Gaza ab

Datum09.08.2026 21:55

Quellewww.spiegel.de

TLDRIsrael lehnt einen 15-Punkte-Friedensplan ab, der die Entwaffnung der Hamas und den Abzug israelischer Truppen aus Gaza vorsieht. Premierminister Netanyahu bekräftigte, dass kein Abzug erfolge, bevor die Hamas nicht entwaffnet sei, und lehnte zudem einen palästinensischen Staat ab. Der Plan des von Donald Trump initiierten "Gaza Peace Council" sah eine palästinensische Übergangsverwaltung mit internationaler Unterstützung und die Übergabe von Waffen vor. Die Hamas knüpfte die Abgabe schwerer Waffen an den israelischen Abzug und die Gründung eines palästinensischen Staates.

InhaltDer vom US-Präsidenten initiierte Gaza-Friedensrat schlägt eine Entwaffnung der Hamas und einen Abzug des israelischen Militärs aus Gaza vor. Doch Benjamin Netanyahu erteilt dem Plan eine Absage. Israel weist den Plan des Gaza-Friedensrats für eine Entwaffnung der islamistischen Terrororganisation Hamas und einen Abzug Israels aus dem Gazastreifen zurück. "Israel lehnt das 15-Punkte-Dokument ab", sagte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanyahu während einer Kabinettssitzung in Jerusalem. "Die israelische Armee wird keinerlei Abzug vollziehen, bis die Hamas entwaffnet ist", sagte Netanyahu ferner. Dabei beziehe er sich ausdrücklich auf alle Waffen, nicht nur schwere. Außerdem bekräftigte der Regierungschef seine Ablehnung eines unabhängigen palästinensischen Staates. Der Friedensrat hatte allerdings vor knapp einer Woche bereits mitgeteilt, man erwarte von Israel erst nach einer Entwaffnung der Hamas einen kompletten Abzug aus dem Küstenstreifen. Nach dem Fahrplan des Friedensrats sollen Israel und die Hamas die Kämpfe einstellen. Eine palästinensische Übergangsverwaltung soll mit Unterstützung einer internationalen Stabilisierungstruppe die Kontrolle über Verwaltung und Sicherheit übernehmen. Zudem ist ein Abzug der israelischen Armee vorgesehen. Die von der Hamas unter internationaler Aufsicht übergebenen Waffen sollen anschließend unter palästinensischer Kontrolle bleiben. Dies lehnt Israel jedoch ab und fordert, die Waffen müssten aus dem Gazastreifen entfernt werden. Die Hamas machte die Abgabe schwerer Waffen von mehreren Bedingungen abhängig, darunter dem Abzug der israelischen Armee aus dem Gazastreifen und der Gründung eines palästinensischen Staates. Im Zuge eines von US-Präsident Donald Trump vermittelten Friedensplans war zu Jahresbeginn ein international besetztes "Board of Peace" ins Leben gerufen worden, das gemäß seiner Charta den Wiederaufbau des Gazastreifens und die Nachkriegsordnung in dem großflächig zerstörten Küstenstreifen überwachen soll.