Datum09.08.2026 20:42
Quellewww.zeit.de
TLDRIn Südfrankreich kämpfen Hunderte Feuerwehrleute gegen einen Waldbrand, der eine Fläche von über 100 Hektar erfasst hat und zur Evakuierung zweier Dörfer führte. In Spanien mussten wegen eines großen Feuers in Andalusien fast 500 Menschen in Sicherheit gebracht werden. Beide Länder leiden unter extremer Trockenheit und Hitzewellen, die durch den Klimawandel verstärkt werden und das Waldbrandrisiko erhöhen. Spanien verzeichnet bereits eine außergewöhnliche Brandsaison mit erheblichen Flächenschäden.
InhaltIn Südfrankreich sind Hunderte Feuerwehrleute gegen Waldbrände im Einsatz. In Spanien gab es seit Jahresbeginn mehr als doppelt so viele Großbrände wie 2025. Im Süden Europas brennen weiterhin in mehreren Ländern Wälder. In Südfrankreich waren mehr als 200 Feuerwehrleute im Département Lozère im Einsatz. Bis zum frühen Sonntagabend hatte das Feuer eine Fläche von mehr als 100 Hektar erfasst. Zwei Dörfer wurden vorsorglich evakuiert. In Spanien wurden knapp 500 Menschen wegen eines Waldbrandes in Sicherheit gebracht. Das ausgebrochene Feuer habe bislang in der Provinz Huelva rund 8.000 Hektar erfasst, teilte die Regionalregierung von Andalusien mit. Das Feuer im französischen Gemeindegebiet von Massegros-Causses-Gorges war etwa 140 Kilometer nordwestlich von Montpellier ausgebrochen. Etwa 220 Feuerwehrleute waren im Einsatz, unterstützt von fünf Löschflugzeugen. Die Feuerwehr forderte nach eigenen Angaben weitere Verstärkung an, da sich das Feuer immer weiter ausbreitete und zunächst nicht unter Kontrolle gebracht werden konnte. Ausgelöst wurde das Feuer in Frankreich nach ersten Erkenntnissen wohl von einem auf einer Straße in Brand geratenen Auto. In dem Gebiet gebe es "sehr viel Wald" und es sei "extrem trocken", sagte der Einsatzleiter der Feuerwehr, Marc Toulouse. Die Flammen hätten sich in den vergangenen Tagen auch wegen starker Winde schnell ausgebreitet, sagte der andalusische Innenminister Antonio Sanz. Allerdings deute sich Besserung an: "Heute sind wir aber etwas optimistischer." Bei der Bekämpfung habe man auch dank besserer Wetterbedingungen Erfolge erzielt. Der südliche Teil des Brandes sei inzwischen unter Kontrolle. In der Nähe der Kleinstadt Niebla, rund 60 Kilometer westlich von Sevilla, kämpfen rund 500 Einsatzkräfte im hügeligen Waldgebiet weiter gegen die Flammen. Sie werden zeitweilig von bis zu 26 Löschflugzeugen und Hubschraubern unterstützt. Dürre und mehrere aufeinanderfolgende Hitzewellen haben die Vegetation in weiten Teilen Südeuropas stark ausgetrocknet. Die durch den Klimawandel häufigeren und intensiveren Hitzewellen erhöhen das Risiko von Waldbränden. So wird Spanien in diesem Jahr von einer außergewöhnlichen Waldbrandsaison heimgesucht. "Seit Jahresbeginn sind fast 200.000 Hektar betroffen", sagte die Ministerin für den ökologischen Wandel, Sara Aagesen. 2026 habe es bereits 40 Großbrände gegeben. "Im vergangenen Jahr waren es zu diesem Zeitpunkt 15." Nach Angaben des spanischen Waldbrandportals "Incendios Forestales" waren am Sonntag landesweit 37 überwiegend kleinere Wald- und Vegetationsbrände aktiv. Besonders betroffen sind demnach die bei Urlaubern beliebte Region Valencia im Osten sowie Kastilien und León im Nordwesten des Landes.