»Die Odyssee« von Christopher Nolan: Die wichtigsten Fragen und Antworten

Datum09.08.2026 20:15

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Artikel erklärt die klassische Odyssee-Geschichte um Odysseus' Heimreise nach dem Trojanischen Krieg. Er stellt verschiedene deutsche und englische Übersetzungen vor, von klassischen Versen bis zu modernen Prosafassungen. Ergänzend werden Sachbücher, Romanadaptionen von Stephen Fry und andere literarische Neuinterpretationen genannt, die sich auf Frauenfiguren wie Penelope oder Circe konzentrieren, sowie die Jugendbuchreihe "Percy Jackson" als Zugang.

InhaltIn der Diskussion um Christopher Nolans Homer-Adaption werden alle plötzlich zu Altphilologen. Sie wollen leidenschaftlich mitreden? Die wichtigsten Antworten und Fakten vor oder nach Ihrem Kinobesuch. Odysseus ist ein Held des trojanischen Krieges. Er ist es, der die Idee zur List des trojanischen Pferds hat. Nach zehn Jahren zermürbender Belagerung Trojas versteckt er sich mit einer Gruppe Soldaten im Bauch eines Holzpferdes, getarnt als Geschenk und Gottesopfer. Nachts öffneten die versteckten Griechen das Tor und eroberten die Stadt. Die Odyssee erzählt nun die Heimreise des Kriegshelden vorbei an verschiedenen Stationen, etwa der Zauberin Circe, den Sirenen oder dem Zyklopen Polyphem. Auf seiner Heimatinsel Ithaka wird seine Frau Penelope unterdessen von Freiern bedrängt. Als er nach zehn Jahren schließlich zurückkehrt, muss er um sie und sein Königreich kämpfen. Die Geschichte der Ilias, Gesang für Gesang nacherzählt, finden Sie hier . Übersetzungen der Odyssee gibt es einige. Und unterschiedlicher könnten sie nicht sein. Ein Klassiker ist die Übersetzung von Johann Heinrich Voß, 1781. Sie ist in Versform und gemäß ihrer Zeit geschrieben. Eine der modernsten deutschen Übersetzungen schrieb 2007 der Altphilologe Kurt Steinmann. Auch die Übersetzung von Karl Ferdinand Lempp ist deutlich zugänglicher als ältere Varianten: Sie ist in Prosa geschrieben und 2026 als Schmuckausgabe im Inselverlag erneut erschienen. Die englische Übersetzung von Emily Wilson dürfte gerade im Zuge der jüngsten Diskussionen einen Blick wert sein. Es ist die erste englischsprachige Übersetzung einer Frau. Viele Passagen sind auch sprachlich deutlich modernisiert. Wer die Welt, in der die Odyssee vermutlich entstand, besser verstehen möchte, kann selbstverständlich auch zum Sachbuch greifen. In "Odysseus: Mythos und Wahrheit" liefert der Historiker Raimund Schulz einen geschichtlichen Zugang zu den Mythen Homers. 2024 widmete sich Schriftsteller und Komiker Stephen Fry den griechischen Mythen in Romanform. Seine Bücher, allen voran "Odyssee: Von Abenteuern, Irrfahrten und Heimkehr", liefern einen unterhaltsamen und etwas leichteren Zugang zum Stoff. In dieser ungewöhnlicher Auseinandersetzung mit Homer sitzt der 81-jährige Jay Mendelsohn in der Vorlesung seines Sohnes zur "Odyssee". In einer ungewöhnlichen Reise nähern sich die beiden einander und dem Mythos um Odysseus an. Homer, verpackt in einer rührenden Vater-Sohn-Geschichte. Wer Nolans Männerdrama entkommen möchte: Einige der großen Frauenrollen wurden in Romanen neu aufgerollt. Die kanadische Schriftstellerin Margaret Atwood etwa schreibt in "Penelope und die zwölf Mägde" die Perspektive von Odysseus Ehefrau Penelope neu und bricht mit dem Bild der folgsamen, treuen Ehefrau. Madeline Miller nimmt sich in "Ich bin Circe" die Hexe vor, die Odysseus Crew in Schweine verwandelt. Eine mutige und sehr unterhaltsame Interpretation. Wer sich etwas weiter von Homer entfernen möchte oder vielleicht noch zu jung für griechische Dichtung ist, kann natürlich auch ganz klassisch zur Jugendbuchreihe "Percy Jackson" greifen.