Datum09.08.2026 19:55
Quellewww.spiegel.de
TLDRSyrien und Russland haben sich auf die Umwandlung der Militärstützpunkte Tartus und Hmeimim in "gemeinsame Ausbildungszentren" geeinigt. Diese Vereinbarung sichert Russlands militärische Präsenz in Syrien, was nach dem Sturz Assads und dem Verlust russischen Einflusses von Bedeutung ist. Die Umsetzung soll innerhalb von drei Monaten erfolgen und markiert das Ende mehrjähriger Verhandlungen.
InhaltSyrien und Russland haben sich auf eine künftige Nutzung der verbliebenen russischen Stützpunkte verständigt. Russlands Militär könnte somit weiter in dem Land präsent bleiben. Die syrische Übergangsregierung hat sich nach eigenen Angaben mit Russland darüber geeinigt, wie die beiden verbliebenen russischen Militärstützpunkte künftig genutzt werden sollen. Der Marinestützpunkt Tartus und der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim sollten in "gemeinsame Ausbildungszentren" umgewandelt werden, meldete die syrische Nachrichtenagentur Sana unter Berufung auf das Außenministerium in Damaskus. Der Schritt erfolge im Rahmen neuer Vereinbarungen, welche "die beiderseitigen Interessen wahren" sollen, meldete die Agentur weiter. Die Umwandlung solle binnen drei Monaten vollzogen werden. Der Vereinbarung gingen anderthalb Jahre lang andauernde Verhandlungen voraus. Der Luftwaffenstützpunkt Hmeimim und der Marinestützpunkt Tartus sind die einzigen russischen Militärbasen im Ausland, die nicht in ehemaligen Sowjetstaaten liegen. Beide befinden sich im Westen Syriens an der Mittelmeerküste. Russland war ein wichtiger Verbündeter des syrischen Machthabers Baschar al-Assad während des 14 Jahre lang andauernden Bürgerkriegs in Syrien. Moskau unterstützte damals die syrische Armee, indem russische Soldaten Luftangriffe auf die von Dschihadisten kontrollierten Gebiete flogen. Nach Assads Sturz durch Dschihadisten im Dezember 2024 verlor Russland stark an Einfluss in der Region. Bei einem Besuch des syrischen Übergangspräsidenten Ahmed al-Sharaa in Moskau Ende Januar lobte der russische Präsident Wladimir Putin dessen Erfolge. Keiner der beiden sprach dabei die militärische Präsenz Russlands in Syrien an. Assad war nach seinem Sturz mit seiner Familie nach Russland geflohen und hält sich seitdem in Moskau auf. Die syrische Übergangsregierung hat wiederholt seine Auslieferung gefordert. Mehr als zehn Jahre lang lebten zwei hochrangige Schergen des Assad-Regimes frei in Europa, geschützt von Behörden und Geheimdiensten. Nun wurden sie in Wien verurteilt. Ihre Opfer sind erleichtert – und trotzdem enttäuscht. Die ganze Geschichte lesen Sie hier .