Jemen: Huthis greifen Saudi-Arabien nach Abschluss von Verteidigungspakt an

Datum09.08.2026 19:09

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Huthi-Miliz hat nach der Bekanntgabe eines Verteidigungspakts Saudi-Arabiens mit der Türkei und Pakistan eine Ölanlage in Saudi-Arabien sowie einen Hafen im Jemen angegriffen. Die mit dem Iran verbündeten Huthis begründeten die Angriffe mit einer angeblichen Verletzung ihres Luftraums. Saudi-Arabien bestätigte ein Feuer in einer Anlage des Ölkonzerns Aramco, gab aber keine Brandursache an. Der Angriff im Jemen forderte mehrere Tote und Verletzte. Der erneute Konflikt verschärft die regionale Instabilität im Jemen.

InhaltDie Huthi-Miliz attackiert eine Ölanlage in Saudi-Arabien und einen Hafen im Jemen. Zuvor hatte Saudi-Arabien ein neues Bündnis mit Pakistan und der Türkei verkündet. Die mit dem Iran verbündete schiitische Huthi-Miliz im Jemen hat eine staatliche saudische Raffinerie angegriffen. Der Angriff in Jazan erfolgte zwei Tage, nachdem Saudi-Arabien wegen der wachsenden regionale Instabilität infolge des Irankrieges ein Verteidigungsabkommen mit der Türkei und Pakistan unterzeichnet hatte. Das Bündnis mit den sunnitisch-muslimischen Verbündeten der USA soll die kollektive Abschreckung gegen jegliche Aggression stärken und sieht vor, dass ein bewaffneter Angriff auf eines der drei Länder als Angriff auf alle angesehen wird, ähnlich wie innerhalb der Nato. Bei einem weiteren Angriff der Huthi-Miliz im Jemen auf einen Hafen nahe der wichtige Meerenge Bab al-Mandab sind laut Angaben aus jemenitischen Regierungskreisen mindestens sieben Menschen getötet und 20 verletzt worden. Unter den Toten seien drei Zivilisten und vier Militärangehörige. Der Drohnenangriff auf die saudische Ölraffinerie sei ein "präziser Treffer" gewesen, teilte ein Militärsprecher der Huthi mit. Die Miliz begründete den Angriff mit einer angeblichen Verletzung des Luftraums im Jemen durch saudische Drohnen. Das saudische Energieministerium bestätigte, dass an einer Anlage des Ölkonzerns Aramco ein Feuer ausgebrochen sei. Einsatzkräfte hätten den Brand gelöscht, Verletzte habe es nicht gegeben. Zur Brandursache machte das Ministerium keine Angaben. Bei dem Angriff im Westen des Jemen sprach die Huthi-Miliz von einer großangelegten Militäroperation. Dabei seien zahlreiche Raketen und Drohnen gegen Truppenansammlungen und Waffenlager in der von der Regierung kontrollierten Region Mocha eingesetzt worden. Waffen und Ausrüstung seien den Angaben zufolge zerstört und viele Menschen verletzt oder getötet worden. Saudi-Arabien kämpft gemeinsam mit der international anerkannten Regierung im Jemen seit Jahren gegen die Huthi-Miliz. Diese hatte 2014 die Kontrolle über weite Teile des Jemen übernommen. Infolgedessen begann ein Bürgerkrieg in dem Land. 2022 trat in dem Konflikt eine Waffenruhe in Kraft, kleinere Gefechte gab es allerdings weiterhin. Nach Beginn des Irankriegs haben die Huthis ihre Angriffe wieder intensiviert.