Nach dem CSD-Anschlag: Tausende zeigen in Köln ihre Solidarität mit queerer Community

Datum09.08.2026 17:07

Quellewww.zeit.de

TLDRNach dem Anschlag auf den Berliner CSD gingen in Köln tausende Menschen auf die Straße, um ihre Solidarität mit der queeren Community zu zeigen. Die Veranstaltenden forderten unter dem Motto "Köln zeigt Solidarität, Köln zeigt Haltung" konkrete Maßnahmen zum Schutz queeren Lebens vor wachsender Queerfeindlichkeit. Sie betonten die Notwendigkeit, sich gegen jede Form von Extremismus zu stellen, und warnten davor, den Anschlag für pauschale Islamfeindlichkeit zu missbrauchen.

InhaltMotiviert durch den Anschlag auf den CSD, gehen in Köln Tausende auf die Straße. Die Veranstaltenden fordern mehr Schutz für queeres Leben: "Worte allein reichen nicht". In Köln haben mehrere tausend Menschen an einer Solidaritätsdemo für die queere Community teilgenommen. Die Demo fand unter dem Motto "Köln zeigt Solidarität, Köln zeigt Haltung" statt. Mehrere Initiativen und Vereine hatten nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Days (CSD) dazu aufgerufen. Die Teilnehmenden trafen sich im rechtsrheinischen Deutz und zogen von dort aus zur Kölner Innenstadt. Nach Angaben des Vereins Cologne Pride kamen rund 10.000 Menschen und damit deutlich mehr als angemeldet. Die Polizei war mit zahlreichen Einsatzkräften vor Ort. Angemeldet waren laut Polizei vorab rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Worte der Solidarität allein reichen nicht aus", teilte Cologne Pride im Aufruf zur Demo mit. "Wir fordern von Bund, Ländern und Kommunen Maßnahmen, dass queere Strukturen und queeres Leben nachhaltig geschützt und gestärkt werden, um der wachsenden Queerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft begegnen zu können." Haltung zu zeigen sei aktuell wichtiger denn je, teilten die Veranstaltenden mit. "Haltung bleibt hot, Haltung ist jetzt aber vor allem eins: notwendiger denn je!" Der CSD in Berlin hatte unter dem Motto "Haltung ist hot" stattgefunden. "Der Kölner Queer March spricht sich gegen jede Form von Extremismus aus, egal ob islamistisch oder rechtsextrem", teilten die Veranstaltenden in einer Pressemitteilung mit. Der Anschlag auf den CSD in Berlin dürfe jedoch nicht für den Hass gegen Menschen muslimischen Glaubens missbraucht werden. "Wir lassen uns von Queerfeindlichkeit nicht kleinkriegen – egal, aus welcher Ecke sie kommt." Am 25. Juli hatte ein 21-Jähriger mutmaßlicher Islamist am Rande des CSD in Berlin mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der mutmaßliche Täter wurde einen Tag später von Polizisten in Berlin erschossen, als er sie nach Angaben der Ermittlungsbehörden angriff.