Datum09.08.2026 16:17
Quellewww.zeit.de
TLDRTausende Menschen versammelten sich in Köln zu einer Solidaritätskundgebung für die queere Gemeinschaft, nachdem es zu einem islamistischen Anschlag am Rande des Berliner CSD kam. Mehr als 10.000 Teilnehmer forderten von der Politik Maßnahmen zum Schutz queeren Lebens. Die Demo fand nach dem Vorfall in Berlin statt, bei dem eine Frau starb und mehrere Personen verletzt wurden. Auch in Essen fand eine CSD-Parade mit erhöhten Sicherheitsmaßnahmen statt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Solidaritätsmarsch“. Lesen Sie jetzt „Tausende Menschen bei queerer Demo in Köln“. "Köln zeigt Solidarität, Köln zeigt Haltung": Unter diesem Motto haben sich in Köln mehrere Tausend Menschen zu einer Solidaritäts-Demonstration für die queere Gemeinschaft versammelt. Mehrere Initiativen und Vereine hatten nach dem islamistischen Anschlag am Rande des Berliner Christopher Street Day (CSD) dazu aufgerufen. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer trafen sich in Deutz und zogen von dort aus durch die Kölner Innenstadt. Nach Angaben des Vereins Cologne Pride kamen rund 10.000 Menschen und damit deutlich mehr als angemeldet. Auf dem Weg in die Innenstadt schob sich ein langer Demozug über die Deutzer Werft, wie ein dpa-Reporter beobachtete. Die Polizei sicherte die Versammlung mit zahlreichen Kräften ab. Angemeldet waren laut Polizei vorab rund 2.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. "Worte der Solidarität allein reichen nicht aus", betonte Cologne Pride im Aufruf zur Demo. "Wir fordern von Bund, Ländern und Kommunen Maßnahmen, dass queere Strukturen und queeres Leben nachhaltig geschützt und gestärkt werden, um der wachsenden Queerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft begegnen zu können." Am 25. Juli hatte ein 21-Jähriger am Rande des CSD in Berlin mit einem Auto mehrere Menschen angefahren und weitere vermutlich mit einer Machete attackiert. Eine Frau starb, 31 Menschen wurden zum Teil schwer verletzt. Der mutmaßliche Islamist wurde einen Tag später von Polizisten erschossen, als er sie nach Angaben der Ermittlungsbehörden angriff. Die Polizei hatte sich danach auch in Nordrhein-Westfalen mit nachgeschärften Sicherheitskonzepten auf die Paraden zum CSD vorbereitet. Innenminister Herbert Reul (CDU) hatte angekündigt, dass die Einsatzkonzepte der CSD-Veranstaltungen im Land überprüft würden. Zuletzt war am Samstag auch in Essen der CSD gefeiert worden. Der "Ruhr Pride" ist nach Angaben der Veranstalter der größte CSD im Ruhrgebiet. Am Demonstrationszug für Vielfalt und gegen Diskriminierung nahmen nach Angaben der Polizei rund 3.500 Menschen teil. Für den gesamten CSD rechneten die Veranstalter mit rund 12.000 Besucherinnen und Besuchern. Am Abend gab es eine Schweigeminute für die Opfer des Anschlags in Berlin. Nach dem Anschlag auf den CSD in Berlin sei die Sicherheitslage neu bewertet worden, sagte ein Polizeisprecher in Essen. Der Einsatz sei entsprechend angepasst worden. Die Parade verlief am Nachmittag ohne besondere Vorkommnisse. © dpa-infocom, dpa:260809-930-505880/1