Datum09.08.2026 15:27
Quellewww.spiegel.de
TLDRExperten erwarten eine weitere Verschärfung des Rekordniedrigwassers in deutschen Flüssen und Seen. Die Wasserstände liegen vielerorts auf extrem niedrigem Niveau und sinken weiter, eine nachhaltige Entspannung ist nicht in Sicht. Selbst erwartete Regenfälle werden die allgemeine Lage voraussichtlich nicht verbessern. Der Rhein und die Elbe verzeichnen historische Tiefststände, in Emmerich liegt sogar der Pegelschwimmer trocken.
InhaltDas Rekordniedrigwasser in deutschen Flüssen und Seen dürfte sich in der kommenden Woche mancherorts verschärfen. Am Rhein liegt der Schwimmer eines Pegels bereits trocken. Experten rechnen damit, dass sich die bedrohliche Lage in vielen deutschen Flüssen und Seen weiter zuspitzt. "Eine nachhaltige Entspannung ist derzeit nicht in Sicht", teilte das Niedrigwasser-Informationszentrum Baden-Württemberg (NIZ) mit . "Das Niedrigwasser wird sich voraussichtlich weiter verschärfen." Im Lagebericht des NIZ zu Flüssen wie Rhein und Donau heißt es, die Wasserstände seien größtenteils auf einem extrem niedrigen Niveau und sänken weiter. Derzeit meldeten 64 Prozent aller Pegel "extrem niedrige" Wasserstände, fast der gesamte Rest sei wegen "sehr niedriger" Wasserstände alarmiert. Auch der Bodensee liegt deutlich unter den üblichen Werten. "Entsprechend dem natürlichen Jahresgang ist in den kommenden Wochen tendenziell mit einem Rückgang der Seewasserstände zu rechnen", heißt es. Am Rhein in Nordrhein-Westfalen bewegen sich die Pegelstände ebenfalls auf historisch niedrigem Niveau. Nachdem die Werte an den vier großen Messstationen tagelang auf immer neue Tiefstände gesunken waren, legten die Pegelstände zuletzt wieder um wenige Zentimeter zu, wie aus Daten des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts Rhein hervorgeht. In Köln lag der Pegelstand am Sonntag bei 62 Zentimetern und legte damit zwei Zentimeter vom bisherigen Tiefstand zu. In Düsseldorf stieg der Pegelstand von 14 auf 16 Zentimeter. Am Pegel Duisburg-Ruhrort betrug der Wert 143 Zentimeter, ebenfalls zwei Zentimeter mehr als am Samstag. In Emmerich bewegt sich der Pegelstand bereits seit Tagen im negativen Bereich und der Schwimmer des Pegels liegt trocken – eine Sonde liefert die Daten. Inzwischen liegt der Wert bei minus zehn Zentimetern, Samstag waren es minus elf. Pegelstände sind nicht direkt miteinander vergleichbar, da es keinen einheitlichen Nullpunkt für alle Pegel gibt. Die Fahrrinne in Flüssen ist wesentlich tiefer als der jeweilige Pegelstand am Ufer. Am Elbe-Pegel Magdeburg-Strombrücke in Sachsen-Anhalt ist am Sonntagmorgen ein Wasserstand von 41 Zentimeter gemessen worden. Das sind vier Zentimeter weniger als der niedrigste bekannte Wasserstand an dem Pegel aus dem Sommer 2019. Seit dem 6. August liegt der Wasserstand der Elbe in der Landeshauptstadt unter dem Rekordwert von vor sieben Jahren. Ergiebiger Regen ist nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes nicht in Sicht. Bis Wochenmitte gibt es weiter trockenes, heißes Sommerwetter. Die Lage in Baden-Württemberg dürfte sich nach Einschätzung des NIZ auch nach dem Regen nicht entspannen, der in der Nacht zum Montag und zum Wochenbeginn in einigen Regionen erwartet wird. Der Niederschlag könne zwar einzelne Pegel kurzzeitig steigen lassen, teilt das NIZ mit. An der allgemeinen Niedrigwasserlage dürfte sich aber nichts ändern. Denn der Regen werde – wenn überhaupt – meist kurz und intensiv sein.