Datum09.08.2026 14:20
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Pentagon hat Frank Kendall die Sicherheitsfreigabe entzogen, weil er mit Journalisten über die umstrittene "Air Force One" von Donald Trump sprach und dabei Staatsgeheimnisse preisgegeben haben soll. Kendall bestreitet die Vorwürfe und will dagegen vorgehen. Die neue Präsidentenmaschine, ein Geschenk Katars, soll trotz ihrer luxuriösen Ausstattung Schwächen bei der Raketenabwehr aufweisen, was zu Spekulationen über Sicherheitsbedenken geführt hat.
InhaltWeil er über die "Air Force One" von Donald Trump mit Journalisten gesprochen und dabei Staatsgeheimnisse preisgegeben haben soll, sanktioniert das US-Verteidigungsministerium Frank Kendall. Der wehrt sich. Frank Kendall macht aus seiner Verachtung für Donald Trump keinen Hehl. In der Regierung von Amtsvorgänger Joe Biden war er Unterstaatssekretär für Verteidigung, Beschaffung, Technologie und Logistik; zuvor hatte er bereits in der Amtszeit von Barack Obama im Verteidigungsministerium gearbeitet. Vor diesem Hintergrund haben die "New York Times" und das "Wall Street Journal" den Experten in den vergangenen Wochen und Monaten zur umstrittenen "Air Force One" befragt. Die Boeing 747 hatte Trump im Mai 2025 trotz scharfer Kritik als Geschenk des Golfemirats Katar angenommen. Dass er die Rückreise vom Nato-Gipfel in Ankara Anfang Juli nicht wie erwartet mit dem neuen Flugzeug antrat, sorgte seinerzeit für Spekulationen über dessen Sicherheit. Es hieß, Kräfte, die in Verbindung mit Iran stünden, hätten einen Raketenangriff auf die neue "Air Force One" geplant gehabt. In der Folge soll der US-Präsident umgestiegen sein. Der Grund: Die "New York Times" und andere US-Medien berichteten seinerzeit, die neue Maschine verfüge bislang nicht über sämtliche Sicherheits- und Abwehrsysteme des bisherigen Präsidentenflugzeugs. Die Regierung und Trump selbst bestritten, dass Sicherheitsbedenken der Grund für den Flugzeugwechsel gewesen seien. Für Kendall hat das öffentliche Sprechen nun weitreichende Folgen. Das Pentagon hat ihm seine Sicherheitsfreigabe entzogen. Der Vorwurf: Veröffentlichung von geheimen Informationen. Das berichtet die "Washington Post". Kendall will dagegen vorgehen. "Ich war sehr vorsichtig, nichts zu sagen, was als geheim eingestuft werden könnte und soweit ich weiß, habe ich nichts Geheimes gesagt", lässt er sich zitieren. "Bislang hat mir niemand gesagt, was ich preisgegeben haben soll." Die neue "Air Force One" war ein Geschenk Katars an Donald Trump, doch sie hat wohl Schwächen bei der Raketenabwehr. Dafür dürfte die prunkvolle Inneneinrichtung ganz nach dem Geschmack des Präsidenten sein. Geht Luxus vor Sicherheit?