Datum09.08.2026 13:16
Quellewww.spiegel.de
TLDRAm 12. August wird Mallorca zur Beobachtung einer Sonnenfinsternis das Militär einsetzen. Grund sind die erwartete Waldbrandgefahr und ein großer Touristenansturm. Das Militär wird in kritischen Gebieten zur Sicherheit patrouillieren. Hotels sind ausgebucht und Preise steigen. Dies geschieht vor dem Hintergrund einer zunehmend kritischen Haltung auf der Insel gegenüber Massentourismus.
InhaltSpanien setzt auf den balearischen Inseln am Tag der Sonnenfinsternis Militär ein. Das teilte die Regionalregierung mit. Der Grund: eine hohe Waldbrandgefahr und ein erwarteter Touristenansturm. Wer die Sonnenfinsternis auf Mallorca beobachten will, wird möglicherweise deutlich mehr uniformierten Menschen begegnen als sonst. Der Sprecher der Regionalregierung, Antoni Costa, gab am Freitag bekannt, dass der Insel spanische Militärkräfte rund um das Ereignis am 12. August zugesagt wurden. Das berichten spanische Medien sowie "T-Online". Ab heute werden Angehörige des Regiments "Palma 47" bis zum 14. August auf der Insel im Einsatz sein, zu Fuß und mit Fahrzeugen. "Es liegt eine offizielle Bestätigung des Verteidigungsministeriums und des Oberkommandos vor, dass die Armee eingesetzt wird und die Umsetzung der außerordentlichen Maßnahmen unterstützen wird", sagte Costa. Als Einsatzorte wurden Estellencs, Banyalbufar, Deià, Valldemossa, Escorca und Fornalutx genannt. Der Grund sei die örtliche Sicherheit, auch die der Bevölkerung. Es werde ein großer Menschenansturm sowie hohe Waldbrandgefahr herrschen, so Costa. Zum Betrachten sollen die Menschen zur Sonnenfinsternis zugelassene Brillen nutzen und unnötige Reisen vermeiden. Laut "T-Online " soll das Militär besonders Zufahrtsstraßen, Rettungswege und Naturgebiete bewachen. Unfälle und Straftaten sollen so verhindert werden. Der Mondschatten zieht am Abend des 12. August von Galicien über Kastilien und León, Aragón und Valencia bis zu den Balearen mit Mallorca und Ibiza. Entlang der sogenannten Totalitätszone herrscht bereits Ausnahmezustand. Hotels sind vielerorts ausgebucht, die Preise auf ein Vielfaches der üblichen Augustpreise emporgeschnellt. Die Totalitätszone ist der schmale Streifen auf der Erdoberfläche, den der Kernschatten des Mondes während einer totalen Sonnenfinsternis überstreicht. Nur in diesem begrenzten Gebiet ist die Sonne vollständig vom Mond bedeckt. Der Höhepunkt wird gegen 20.31 Uhr für eine Minute und 36 Sekunden erwartet. Vor allem Restaurants an der Westküste und rund um die Bucht von Palma melden eine extrem hohe Nachfrage. Hotels werben mit speziellen Finsternispaketen – von Beobachtungsabenden auf Dachterrassen bis zu Menüs unter freiem Himmel mit astronomischer Begleitung. In ganz Spanien sind am Tag der Sonnenfinsternis etwa 24.000 Zivilpolizisten im Einsatz. "Es ist ein ganz besonderer Tag, auf den wir uns lange vorbereitet haben, und wir hoffen, dass es keine größeren Probleme geben wird und alles gut verläuft", sagte Regierungssprecher Costa. "Aber es ist ein riskanter Tag." Auf Mallorca gibt es zum Massentourismus nicht nur während Großereignissen ein zunehmend kritisches Verhältnis. In den vergangenen Wochen hatte die Organisation "Menys Turisme Més Vida" (Weniger Tourismus, mehr Leben) immer wieder zu Protesten aufgerufen. Auf selbst gemalten Plakaten waren Slogans zu lesen wie "Mallorca ist ein aufgebrauchtes Souvenir" oder "Tourismus ja, aber nicht so". Zudem waren bei der Demonstration Rufe gegen Urlauber zu hören, die auf der Insel abwertend als "guiris" bezeichnet werden. Am 12. August verdeckt der Mond die Sonne. Wie man das richtig beobachtet, und warum es eines Tages keine totale Sonnenfinsternis mehr geben wird, lesen Sie hier.