Saisonstart 2. Bundesliga: Favorit Wolfsburg stolpert - und der Erzrivale feiert

Datum09.08.2026 11:57

Quellewww.zeit.de

TLDRDer VfL Wolfsburg startet mit einem 0:0 gegen Kaiserslautern in die 2. Bundesliga. Die neu formierte Mannschaft zeigte Ansätze guter Qualität, muss sich aber noch finden. Sportdirektor Schwegler und Trainer Strobl sehen Potenzial, mahnen aber Geduld an. Am nächsten Spieltag gegen Hannover 96 steht Wolfsburg bereits unter Druck. Erzrivale Eintracht Braunschweig feierte einen deutlichen 6:1-Auftaktsieg gegen Magdeburg und ist Tabellenführer.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Saisonstart 2. Bundesliga“. Lesen Sie jetzt „Favorit Wolfsburg stolpert - und der Erzrivale feiert“. Noch vor ein paar Wochen hätte es nach einem torlosen Remis in der Volkswagen Arena wütende Pfiffe für das Wolfsburger Team gegeben. Doch obwohl der VfL trotz millionenschwerer Unterstützung von VW inzwischen nur noch zweitklassig ist, gab es nach dem 0:0 im Auftaktspiel im Fußball-Unterhaus gegen den 1. FC Kaiserslautern aufmunternden Applaus für die völlig neu formierte Mannschaft der Grün-Weißen. "Von der Energie her war es gut. Das haben die Leute auch gespürt", sagte Sportdirektor Pirmin Schwegler. "Vom Energielevel war es ein großer Schritt, alles andere wird kommen", sagte der Schweizer, der sich mit Sport-Geschäftsführer Dieter Hecking und dem neuen Trainer Tobias Strobl noch mitten im Riesenumbruch bei den Wölfen befindet. Unmittelbar vor der Partie tüteten die Verantwortlichen noch den Transfer von Dzenan Pejcinovic ein, dessen Wechsel der VfB Stuttgart nur noch offiziell bestätigen muss. Der U21-Nationalstürmer stand gegen Kaiserslautern zwar noch im Kader, wurde aber nicht mehr eingesetzt. Auch sonst ist das neue VfL-Konstrukt noch lange nicht fertig. Dafür, dass "der Haufen erst sieben Wochen zusammen ist", war es in Ordnung, sagte Hauke Wahl. Der vom FC St. Pauli gekommene Abwehrchef war einer von acht Spielern in der Startformation, die in der völlig verkorksten Abstiegssaison noch nicht da waren oder wie der 18 Jahre junge Torwart Jakub Zielinski keine Rolle spielten. "Ich denke, man hat uns angemerkt, dass wir sehr zerfahren waren. Es war alles ein bisschen unruhig", sagte Strobl nach seinem ersten Spiel als Zweitliga-Coach. "Man hat in einigen Phasen aber auch gesehen, was für eine Qualität wir haben." Vor allem in den 20 Minuten vor der Pause zeigte der VfL, warum nahezu alle Experten die Niedersachsen als Topfavoriten auf den Aufstieg sehen. Besonders der von Hertha BSC gekommene Fabian Reese und der frühere Hoffenheimer Muhammed Damar deuteten an, dass sie mit ihrer Klasse die zweite Liga dominieren können. "Da haben wir den Fußball gespielt, den wir spielen wollen", sagte Reese. Der auch von zahlreichen Erstligisten umworbene Edeltechniker wollte das 0:0 gegen unbequeme Lauterer nicht als Fehlstart interpretiert wissen. "Wir wissen jetzt alle, wie schwer es ist, in der zweiten Liga erfolgreich Fußball zu spielen", sagte Reese. "Es ist ein Marathon, kein Sprint." Doch so sehr alle Beteiligten bemüht waren, das Positive aus dem Spiel zu ziehen, ist klar, dass der VfL im Niedersachsen-Derby bei Hannover 96 am kommenden Sonntag bereits ein wenig unter Druck steht. Will man die positive Grundstimmung in Wolfsburg erhalten, muss der Club mit dem höchsten Etat der Liga von Anfang an ganz oben mitspielen. Schwegler ist überzeugt davon, dass das gelingen wird. "Wir werden weitere Schritte gehen, und heute waren es schon mehr als Ansätze, auch wenn das Ergebnis zu wenig ist." Ein perfektes Ergebnis legte dagegen ausgerechnet Erzrivale Eintracht Braunschweig zum Saisonstart hin. Der niedersächsische Nachbar stürmte mit einem fulminanten 6:1 beim 1. FC Magdeburg an die Tabellenspitze. "Der Morgen danach. Wir können immer noch nicht fassen, was da gestern in Magdeburg passiert ist", schrieb die Eintracht am Sonntag bei X. Vor allem der aus Gladbach gekommene Jan Urbich glänzte mit einem Doppelpack. © dpa-infocom, dpa:260809-930-504760/1