Schon mehr als 240 Fälle von West-Nil-Fieber in Europa registriert

Datum09.08.2026 10:09

Quellewww.spiegel.de

TLDRSeit Beginn der Mückensaison wurden in Europa über 240 lokale West-Nil-Fieber-Infektionen registriert, primär in Italien, Griechenland und Spanien. Auch Deutschland meldete einen Fall. Das Virus wird von Stechmücken übertragen, vor allem zwischen Vögeln, kann aber auch Menschen infizieren. Die Mehrheit der Infizierten zeigt nur leichte, grippeähnliche Symptome. Es gibt keine spezifische Behandlung oder Impfung. Präventive Maßnahmen wie langärmlige Kleidung und Insektenschutz werden empfohlen.

InhaltSeit Beginn der Mückensaison haben sich zahlreiche Menschen in Europa mit dem West-Nil-Virus infiziert. Viele Fälle werden in Italien registriert, aber auch Deutschland ist betroffen. Seit Beginn der Mückensaison sind in Europa mehr als 240 Infektionen mit dem West-Nil-Virus bekannt geworden. Insgesamt wurden bis vorigen Mittwoch in sieben europäischen Ländern 241 Fälle registriert, bei denen sich die Menschen vor Ort angesteckt hatten – sie hatten sich also nicht auf Reisen infiziert. Wie das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) mitteilte , wurden aus Italien 139 Fälle gemeldet, aus Griechenland 61, aus Spanien 17 und aus Nordmazedonien 13. In Rumänien wurden demnach sechs Fälle registriert, in Frankreich vier und in Deutschland eine solche Infektion. Dabei handelte es sich um den Rhein-Pfalz-Kreis in Rheinland-Pfalz, wie bereits Ende Juli bekannt wurde. Insgesamt, also unter Berücksichtigung eingeschleppter Erkrankungen, wurden in Deutschland in diesem Jahr fünf Fälle registriert. Insgesamt seien damit 59 Gebiete in Europa betroffen, hieß es weiter. Mehr als die Hälfte dieser Areale – 36 – entfällt demnach auf Italien, insbesondere auf den Norden des Landes. Die Behörde betonte jedoch, es handele sich nicht um eine umfassende Darstellung des Übertragungsgeschehens. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte erst kürzlich wegen mehrerer Erkrankungen an West-Nil-Fieber in Südeuropa zu verstärkter Wachsamkeit aufgerufen. Etwa 20 Prozent der Infizierten entwickeln laut Robert Koch-Institut (RKI) eine fieberhafte, grippeähnliche Erkrankung. Nur etwa jede hundertste infizierte Person erkranke schwer. Das Virus werde hauptsächlich von Stechmücken zwischen wildlebenden Vögeln übertragen. Die Mücken könnten aber auch Menschen infizieren. Das West-Nil-Fieber heile in der Regel komplikationslos aus, nur bei schwer erkrankten Patienten seien Spätfolgen relativ häufig. Das durch Viren verursachte West-Nil-Fieber wird dem RKI zufolge symptomatisch behandelt. Es gibt keine spezifische Therapie und auch keinen Impfstoff. An Orten mit bekannter Mückenbelastung empfiehlt das RKI das Tragen von langärmeligen Hemden oder Blusen und langen Hosen. Neben Insektenabwehrmittel seien auch Moskitonetze und Fenstergitter nützlich. Im Wohnumfeld sollten Mückenbrutplätze möglichst beseitigt werden. Die Insekten legen auch in kleine Wasseransammlungen Eier ab – etwa in Eimern, Untersetzern und verstopften Dachrinnen.