Datum09.08.2026 07:51
Quellewww.spiegel.de
TLDRGewerkschaften wie Ver.di und IG Metall widersetzen sich Plänen zur Abschaffung der Rente mit 63 für besonders langjährig Versicherte. Sie verteidigen dieses Modell als gerechte Anerkennung für harte Arbeit. Mehrere Ministerpräsidenten, insbesondere aus Ostdeutschland, teilen diese Ansicht und verweisen auf die Bedeutung der Rente für die dortige Bevölkerung. Die Union hält dagegen und betont die Notwendigkeit des Kompromisses für eine umfassende Rentenreform, um hohe Kosten zu vermeiden.
InhaltDie Spitzen von Ver.di, IG Metall und weiterer Gewerkschaften kritisieren Schwarz-Rot für die geplante Abschaffung der Rente mit 63. Unions-Mittelstandschefin hält dagegen: "Das Rentenpaket ist kein Buffet." Führende Vertreter mehrerer Gewerkschaften haben sich gegen die Pläne der Bundesregierung gestellt, die Rente mit 63 im Rahmen der Rentenreform auslaufen zu lassen. "Erfreulicherweise erkennen immer mehr Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten, dass der Vorschlag der Rentenkommission der Bundesregierung, die abschlagsfreie Rente nach 45 Versicherungsjahren abzuschaffen, falsch ist", sagte Verdi-Vorstandschef Frank Werneke der "Bild am Sonntag". "Die geplante Abschaffung der Rente für besonders langjährig Versicherte missachtet die Lebensleistung der betroffenen Menschen, daher muss diese Rentenform erhalten bleiben", betonte er. Über den Plan der Regierung, die Frühverrentung abzuschaffen, ist ein heftiger Streit entbrannt. Mehrere ostdeutsche CDU-Ministerpräsidenten , aber auch SPD-Politikerinnen und -Politiker aus unterschiedlichen Teilen Deutschlands verlangen, an der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte festzuhalten. Ein Argument ist, dass besonders in Ostdeutschland viele Menschen im Alter ausschließlich auf die gesetzliche Rente angewiesen sind. Die IG-Metall-Bundesvorsitzende Christiane Benner bezeichnete die abschlagsfreie Rente nach 45 Beitragsjahren als "gerecht" und "gerechtfertigt". Die Menschen, die das anzweifelten, könnten "gern mal am Hochofen, auf der Werft oder am Band beim Schichtarbeiter vorbeischauen. Danach verstehen sie es bestimmt auch", sagte sie der "BamS". DGB-Vorstandsmitglied Anja Piel erklärte: "Menschen, die früh in die Ausbildung gegangen sind und nahezu ein halbes Jahrhundert gearbeitet haben, dürfen am Ende ihres Arbeitslebens nicht wie eine Zitrone ausgequetscht werden, sondern haben Anspruch auf eine gute Rente ohne Abschläge". "Wer 45 Jahre malocht und seine Beiträge gezahlt hat, hat sich den abschlagsfreien Renteneintritt verdient – daran gibt es nichts zu rütteln", sagte seinerseits Robert Feiger, Bundesvorsitzender der Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt. "Wer diese Regelung streichen will, schickt Millionen Beschäftigte in körperlich harten Berufen praktisch bis zum Umfallen zur Arbeit. Es kann nicht sein, dass ausgerechnet diejenigen die Zeche zahlen sollen, die unser Land gebaut, versorgt und am Laufen gehalten haben." Die Rentenkommission hatte im Juni insgesamt 33 Vorschläge einschließlich der Abschaffung der abschlagsfreien Rente für besonders langjährig Versicherte vorgelegt. Unions-Mittelstandschefin Gitta Connemann (CDU) machte klar, dass die Union an dem Vorhaben festhalten will. Connemann sagte der "BamS": "Das Rentenpaket ist kein Buffet. Man kann sich nicht nur nehmen, was einem schmeckt. Der Kompromiss ist hart erarbeitet worden. Wer ihn jetzt zerpflückt, bekommt am Ende gar keine Reform. Das schadet allen Generationen". Die Frühverrentung koste Milliarden, betonte sie. Zugleich versicherte Connemann, es werde eine Regelung für Härtefälle geben. Die Regierungschefs der Ost-Länder rebellieren gegen das Ende der "Rente nach 63". Tatsächlich schafft ein größerer Anteil der Ostdeutschen die dafür nötigen Beitragsjahre. Doch die Unterschiede zum Westen werden kleiner. Lesen Sie hier , wie wichtig die Rente mit 63 für den Osten ist.