Datum07.08.2026 21:51
Quellewww.spiegel.de
TLDRSieben Millionen Fahrzeuge in Deutschland tragen ein sogenanntes Heimatkennzeichen. Diese seit 2012 wieder eingeführten Kennzeichen erlauben es, die Heimatverbundenheit auszudrücken. Die Hochschule Heilbronn zählte fast sieben Millionen Zulassungen von Fahrzeugen mit den 336 reaktivierten Kennzeichen. Das beliebteste ist MO für Moers. Studienautor Ralf Bochert sieht darin einen wichtigen Identitätsbezug. Eine geplante Gesetzesänderung könnte es weiteren Kommunen erlauben, eigene Kennzeichen auszugeben.
InhaltDie 2012 wieder eingeführten Altkennzeichen sind bei Autofahrenden offenbar sehr beliebt. Laut einer Studie sind in Deutschland sieben Millionen Fahrzeuge mit den sogenannten Heimatkennzeichen unterwegs. Wer mit seinem Kfz-Kennzeichen seine Heimatverbundenheit ausdrücken will, kann das seit einer Reform aus dem Jahr 2012 tun. Seitdem dürfen Landkreise und kreisfreie Städte zusätzliche Buchstabenkombinationen auf den Nummernschildern zulassen. Deutschlands Autofahrende haben davon reichlich Gebrauch gemacht. Nach einer aktuell vorgestellten Zählung der Hochschule Heilbronn sind fast sieben Millionen Autos, Motorräder und Anhänger mit den 336 reaktivierten Heimatkennzeichen zugelassen worden. Am häufigsten wurde davon mit gut 128.000 Fällen das Kennzeichen mit den Anfangsbuchstaben MO für Moers ausgegeben. ZIG für das hessische Ziegenhain, TP für Templin in Brandenburg oder SLG für Saulgau in Baden-Württemberg – die wiederbelebten Nummernschilder wecken bei vielen Bürgern Heimatgefühle, meint Studienautor Ralf Bochert. Er sagt: "Gerade über das Autokennzeichen und die damit verbundene Individualität ist ein Identitätsbezug gegeben, der vielen Menschen wichtig ist." Nach dem Willen des Bundesrats könnte es bald noch kleinteiliger zugehen, wenn weitere Kommunen mit mindestens 20.000 Einwohnern eigene Kennzeichen ausgeben. Das hat die Länderkammer auf Antrag Hessens und Niedersachsens beschlossen und zur Umsetzung an die Bundesregierung weitergegeben. Ob und wann diese den Vorschlag umsetzt, ist bislang nicht bekannt. Bislang sind vor allem alte, durch Gebietsreformen weggefallene Kennzeichen wieder eingeführt worden. Dabei gab es Einschränkungen, etwa dass ein neuer, selbstständiger Kfz-Zulassungsbezirk gegründet werden musste. Dies soll nach den Vorstellungen der Länder künftig wegfallen. Die Studie stützt sich nach Angaben der Hochschule auf Daten des Kraftfahrtbundesamtes. Die Wiedereinführung früherer Ortskennungen stößt seit 2012 in vielen Regionen auf anhaltend großes Interesse.