Datum07.08.2026 11:10
Quellewww.zeit.de
TLDRDie EnBW verzeichnete im ersten Halbjahr einen Gewinnrückgang auf 223,1 Mio. Euro, bedingt durch den geplanten Kohleausstieg und Trockenheit bei Laufwasserkraftwerken. Bereinigt blieb der Überschuss stabil. Erneuerbare Energien und E-Mobilität verzeichneten Zuwächse. Die Jahresprognose bleibt unverändert. EnBW investiert massiv in Netzausbau und erneuerbare Energien, deren installierte Leistung sich seit 2018 mehr als verdoppelt hat.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Halbjahresbilanz“. Lesen Sie jetzt „EnBW verdient weniger - erneuerbare Energien legen zu“. Weniger Einnahmen unter anderem infolge des geplanten Kohleausstiegs sowie bei Laufwasserkraftwerken wegen Trockenheit belasten den Energieversorger EnBW. Der Konzernüberschuss sank in den ersten sechs Monaten im Vergleich zum ersten Halbjahr 2025 um mehr als die Hälfte auf 223,1 Millionen Euro. Negativ schlugen laut Halbjahresfinanzbericht auch Bewertungseffekte mancher Sicherungsgeschäfte zu Buche, die EnBW wegen Preisschwankungen vornimmt. Da diese Effekte zeitlich begrenzt seien und sich wieder umkehrten, spiegeln sie den Angaben nach nicht die wirtschaftliche Realität wider. Für die eigene Bewertung verwendet der Karlsruher Konzern daher um solche Werte bereinigte Zahlen. Der bereinigte Konzernüberschuss, der bei EnBW für die Dividende relevant ist, sank im ersten Halbjahr 2026 zum Vorjahreszeitraum nur um knapp sechs Prozent auf 594,7 Millionen Euro. Das bereinigte operative Konzernergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) - aus Unternehmenssicht eine entscheidende Größe - lag im ersten Halbjahr bei rund 2,3 Milliarden Euro und damit ebenfalls gut sechs Prozent unter dem Wert des Vorjahreszeitraums. Positiv wirkte sich laut Mitteilung aus, dass mehr Strom durch Wind- und Solarparks erzeugt wurde. Ein Plus verzeichnete auch der Bereich E-Mobilität. Die Entwicklung in den ersten sechs Monaten liegt den Angaben nach im Rahmen der Erwartungen. Auch die Jahresprognose lässt der Karlsruher Konzern unverändert. Die EnBW erwartet weiter ein bereinigtes EBITDA zwischen 4,6 und 5,1 Milliarden Euro. Damit dürfte es leicht unter dem Vorjahresergebnis von knapp 5,1 Milliarden Euro liegen. Die Bruttoinvestitionen gingen im ersten Halbjahr gegenüber dem gleichen Zeitraum 2025 um mehr als ein Fünftel auf gut 2,4 Milliarden Euro zurück. Das Geld sei vorwiegend in den Ausbau der Strom- und Gasnetze geflossen, in Windprojekte im Meer und den Bau wasserstofffähiger Gaskraftwerke. "Die EnBW befindet sich mitten im größten Investitionsprogramm ihrer Unternehmensgeschichte", erklärte Finanzvorstand Thomas Kusterer. Für das zweite Halbjahr kündigte er Investitionen von rund 4,4 Milliarden Euro an. Mit dem Zubau von rund 540 Megawatt im ersten Halbjahr habe sich die installierte Leistung aus erneuerbaren Energien seit 2018 auf rund 8 Gigawatt mehr als verdoppelt. Sie machten einen Anteil von mehr als 70 Prozent an der installierten Gesamterzeugungskapazität der EnBW aus. "Beim Ausbau der erneuerbaren Energien sind wir gut vorangekommen", sagte Kusterer. © dpa-infocom, dpa:260807-930-497095/1