Datum07.08.2026 10:33
Quellewww.zeit.de
TLDRIm ersten Halbjahr gab es in Sachsen 13 Drohnenvorfälle über kritischer Infrastruktur, primär in den Bereichen Transport und Verwaltung. Leipzig und Nordsachsen waren besonders betroffen. Personen- oder Sachschäden gab es nicht. Hinweise auf terroristische oder Spionageaktivitäten lagen nicht vor, allerdings gab es weitere Verdachtsfälle von Sabotage und Ausspähung, teils als hybride Bedrohung eingestuft. Ein kürzlicher Sprengstoff-Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle wirft neue Sicherheitsfragen auf. Der Linke-Politiker Gebhardt fordert verstärkte Drohnen-Detektion.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Innere Sicherheit“. Lesen Sie jetzt „13 Drohnenvorfälle über kritischer Infrastruktur in Sachsen“. In Sachsen sind im ersten Halbjahr 13 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur und anderen besonders schützenswerten Einrichtungen registriert worden. Das geht aus der Antwort des Innenministeriums auf eine Anfrage des Linke-Innenpolitikers Rico Gebhardt hervor. Acht Fälle betrafen den Bereich Transport und Verkehr, vier den Energiesektor und einer den Bereich Staat und Verwaltung. Besonders betroffen waren Leipzig und Nordsachsen mit jeweils vier Vorfällen. Nähere Angaben zu den betroffenen Einrichtungen machte das Ministerium aus Sicherheitsgründen nicht. Personen- oder Sachschäden gab es nicht. Nur in drei Fällen konnten die Drohnenpiloten identifiziert werden. Hinweise auf Spionage, Sabotage, Terrorismus oder eine hybride Bedrohung lagen bei den 13 Vorfällen nach damaligem Ermittlungsstand nicht vor. In den Zahlen mit Stand vom 8. Juli ist der Sprengstoff-Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle von dieser Woche noch nicht erfasst. Dort war in der Nacht zum Mittwoch eine Drohne mit einer Sprengvorrichtung auf einer Start- und Landebahn entdeckt worden. Nach dpa-Informationen aus Sicherheitskreisen wurden für den Sprengsatz Semtex und PETN verwendet, die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen. Unabhängig von den Drohnenüberflügen registrierten die Sicherheitsbehörden im ersten Halbjahr acht weitere Sabotageverdachtsfälle oder mutmaßliche Ausspähungsversuche. Sechs davon wurden vorläufig als hybride Bedrohung eingestuft. Eine Beteiligung von ausländischen staatlichen Stellen oder Nachrichtendiensten konnte bislang in keinem Fall nachgewiesen werden. Gebhardt fordert nach dem Vorfall am Flughafen Konsequenzen. Er hoffe, dass in Leipzig ein Umdenken einsetze. Der Freistaat müsse bei der Drohnen-Detektion nachlegen, um Vorfälle rasch zu erkennen und zu unterbinden, vor allem in besonders gefährdeten Bereichen. Im vergangenen Jahr waren in Sachsen 21 sicherheitsrelevante Drohnenüberflüge über kritischer Infrastruktur, militärischen Einrichtungen und Rüstungsunternehmen registriert worden. © dpa-infocom, dpa:260807-930-496827/1