Datum07.08.2026 09:34
Quellewww.zeit.de
TLDRDer SPD-Innenpolitiker Sebastian Fiedler bezeichnet den Drohnenvorfall am Flughafen Leipzig/Halle als „mindestens eine terroristische Aktion“ oder gar „kriegerischen Akt“, falls Russland dahintersteckt. Die Tat sei hochprofessionell mit Sprengstoff ausgeführt worden, was die Verschmelzung von innerer und äußerer Sicherheit verdeutliche. Bund und Länder arbeiten an Abwehrmaßnahmen. Es wird ein Gesetz diskutiert, das Betreibern kritischer Infrastruktur, wie Chemieparks, erlaubt, Drohnen selbst zu bekämpfen. Die Bundesanwaltschaft ermittelt.
InhaltSebastian Fiedler sieht in dem Leipziger Drohnenvorfall mindestens eine terroristische Aktion, womöglich mehr. Ein Gesetz solle Betreibern mehr Möglichkeiten geben. In dem mutmaßlichen versuchten Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Halle sieht der Innenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Sebastian Fiedler, "mindestens eine terroristische Aktion". Im ZDF-Morgenmagazin sagte Fiedler, es gebe nur zwei Möglichkeiten: "Entweder war das Russland – oder jemand wollte, dass es so aussieht, als sei es Russland gewesen." Je nachdem, wer für den versuchten Angriff verantwortlich sei, handele es sich mindestens um eine terroristische Aktion, "wenn nicht gar mehr". Sollte sich herausstellen, dass Russland versucht hat, eine Transportmaschine auf deutschem Boden mit einem Sprengsatz zur Explosion zu bringen, so müsse "von einem kriegerischen Akt" gesprochen werden, sagte der SPD-Politiker. Die Tat sei offensichtlich hochprofessionell begangen worden. "Wir haben es hier mit militärischem Sprengstoff zu tun", sagte Fiedler. In einem solchen Fall zeige sich, dass innere und äußere Sicherheit nicht mehr voneinander getrennt werden könnten. Bei den Innenministerinnen und -ministern von Bund und Ländern sei der Kampf gegen derartige Bedrohungen seit einiger Zeit "Topthema". Das zeige sich unter anderem in einer neu gegründeten Einheit der Bundespolizei, einem Drohnenabwehrzentrum und einem gemeinsamen Zentrum zur Abwehr hybrider Bedrohungen, sagte der SPD-Innenpolitiker. Bei Diskussionen um hybride Bedrohungen gehe es nicht um abstrakte politische Diskussionen. Nachrichtendienste und Sicherheitsbehörden müssten bestmöglich miteinander arbeiten und ausgerüstet sein. Angesichts der kurzen Zeit zwischen der Sichtung von Drohnen und möglichen Angriffen werde aktuell eine Diskussion darüber geführt, ob auch die Betreiber kritischer Infrastruktur selbst in der Lage sein sollten, Drohnen zu erkennen und abzuschießen. "Dazu wird es noch ein Gesetz geben", sagte Fiedler. Allerdings denke er dabei nicht primär an Flughäfen, "sondern beispielsweise an Chemieparks". In der Nacht auf Mittwoch war eine Drohne im Sicherheitsbereich des Flughafens Leipzig/Halle entdeckt worden. Ein Mitarbeiter brachte sie zu Boden. Wie die Polizei am Donnerstag bestätigte, handelte es sich um eine Drohne mit Sprengladung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario", das auf hochprofessionelle Täter zurückgehe. Die Bundesanwaltschaft übernahm die Ermittlungen.