Rohmilch-Krise: Krise bei Molkerei Schwälbchen hält an

Datum07.08.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Molkerei Schwälbchen leidet unter einem Überangebot an Rohmilch, was zu einem Preisverfall führt. Dies belastete das Molkerei-Ergebnis im ersten Halbjahr 2026 mit einem Verlust von 2 Millionen Euro. Zwar stieg die angelieferte Milchmenge, doch der Verkauf überschüssiger Milch zu Niedrigpreisen belastete das Geschäft. Die Frischdienst-Sparte hingegen erzielte trotz leicht sinkender Umsätze ein deutlich verbessertes Ergebnis. Schwälbchen plant die Einführung eines neuen Skyr-Produkts.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Rohmilch-Krise“. Lesen Sie jetzt „Krise bei Molkerei Schwälbchen hält an“. Die hessische Schwälbchen Molkerei leidet unter einem Überangebot an Rohmilch und dem daraus resultierenden Preisverfall. Zusammen mit einem weiter schwachen Konsumklima habe dies im ersten Halbjahr 2026 zu einem Ergebniseinbruch in der Molkerei-Sparte geführt, sagte der Vorstandschef Günter Berz-List der dpa in Wiesbaden. Bessere Zahlen schrieb dagegen im gleichen Zeitraum die Schwälbchen Frischdienst GmbH, ein Lieferdienst für Großverbraucher. Der Umsatz in der Schwälbchen Molkerei AG in Bad Schwalbach im Taunus schrumpfte im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nach vorläufigen Zahlen um rund 14,5 Prozent auf rund 47 Millionen Euro. Wegen des Überangebots an Milch musste Schwälbchen viel überschüssige Rohmilch auf dem sogenannten Spotmarkt verkaufen - zu Preisen, die weit unter denen liegen, die die Molkerei ihren Bauern im Ankauf aufgrund fester Vereinbarungen zahlen muss. Dieser Effekt hatte das Unternehmen bereits 2025 belastet. Das Molkerei-Ergebnis rutschte im ersten Halbjahr 2026 mit einem Verlust von 2 Millionen Euro deutlich ins Minus. Dazu beigetragen habe auch der andauernde Preisverfall im Kühlregal, ergänzte Berz-List. Im Vorjahreszeitraum hatte die Molkerei-Sparte noch ein leichtes Ergebnisplus von 100.000 Euro verzeichnet. "Wir sind in die Rohstofffalle gelaufen", sagte Berz-List. Die angelieferte Milchmenge der rund 170 Schwälbchen-Landwirte kletterte im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreshalbjahr um 13,8 Prozent auf 60 Millionen Kilo.  "Neben dem Schatten gibt es aber auch Licht", sagte Berz-List in Bezug auf die Frischdienst-Sparte. Der Lieferdienst fuhr im ersten Halbjahr trotz leicht rückläufiger Umsätze (minus 2,5 Prozent) auf rund 55 Millionen Euro ein Ergebnis nach Steuern von 2,3 Millionen Euro ein. Im ersten Halbjahr 2025 waren es noch 1,5 Millionen Euro gewesen. "Der Außer-Haus-Markt ist ein Wachstumsmarkt, etwa die Belieferung von Kantinen, Mensen, Altenheimen oder Krankenhäusern", erläuterte Berz-List. Auch das künftige Pflicht-Angebot für eine Ganztagsbetreuung an Schulen sieht er als Chance.  Mit Blick auf das Jahresergebnis 2026 wird es nach den Worten von Berz-List "sehr schwierig", das Minus der Molkerei-Sparte zu "neutralisieren" - auch wenn sich das Rohmilchproblem zuletzt abgeschwächt habe. Das andauernde Sommerwetter sorge aktuell für einen guten Absatz etwa bei Kaffeekaltgetränken, Ayran, Kefir und Dickmilch. Mit Blick auf den aktuellen "Quark-Boom" als natürlichen Proteinlieferanten kündigte Berz-List für Herbst dieses Jahres einen neuen "Skyr" an - eine Art fettarmer und cremiger Frischkäse. © dpa-infocom, dpa:260807-930-495398/1