Datum07.08.2026 04:05
Quellewww.zeit.de
TLDRNach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne in Leipzig fordert Rheinmetall-Chef Papperger mehr deutsche Anstrengungen bei der Drohnenabwehr. Er betont die Notwendigkeit schneller Erkennung und Bekämpfung von Drohnen, da Deutschland nicht ausreichend geschützt sei und kritische Infrastruktur gefährdet ist. Papperger sieht Deutschland technologisch dazu in der Lage, kritische Infrastruktur zu schützen, mahnt aber eine klare Definition von Schutzbedürfnissen und den Einsatz geeigneter Abwehrtechnologien an. Deutschland hat bereits Maßnahmen wie das GDAZ und eine neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei eingeführt. Rheinmetall entwickelt mit der Telekom ein Frühwarnsystem.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Flugkörper mit Sprengstoff“. Lesen Sie jetzt „Rheinmetall-Chef fordert mehr Schutz vor Drohnenangriffen“. Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne auf dem Leipziger Flughafen hat der Vorstandsvorsitzende des Rüstungskonzerns Rheinmetall, Armin Papperger, mehr Anstrengungen Deutschlands bei der Drohnenabwehr angemahnt. "Wir müssen unbedingt etwas tun, um diese Drohnenangriffe sehr schnell zu erkennen und um diese Drohnen dann notfalls auch abschießen zu können", sagte Papperger der Deutschen Presse-Agentur. Deutschland sei nicht ausreichend geschützt vor solchen Attacken, denn es sei noch nicht überall mit Abwehrtechnologie ausgestattet. "Und es gibt neben den Flughäfen noch viele andere Ziele, die kritisch in unserer Infrastruktur sind." Die Vorfälle mit Drohnen werden sich nach Einschätzung Pappergers häufen. "Es ist ja nicht so, dass das zum ersten Mal passiert ist.". Erstmals aber sei aber wohl Sprengstoff an einer Drohne befestigt gewesen. Technologisch sei Deutschland in der Lage, kritische Infrastruktur zu schützen, sagte Papperger. Als erstes müsse aber definiert werden, was geschützt werden solle. Dann müsse überlegt werden, mit welcher Technologie die kritische Infrastruktur geschützt werden solle. "Und das darf nicht halbherzig geschehen, sondern man muss es vernünftig machen, so dass man anfliegende Drohnen schon von Weitem erkennt, aber auch solche, die kurzfristig aufsteigen." Da müsse dann auch der Gesetzgeber tätig werden. Deutschland hat seit 2025 eine Reihe konkreter Maßnahmen zur Drohnenabwehr ergriffen – von neuen Gesetzen über spezialisierte Einheiten bis hin zu technischen Systemen. So haben Bund und Länder etwa ein Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum (GDAZ) bei der Bundespolizei eingerichtet. Ende 2025 wurde eine neue Drohnenabwehreinheit der Bundespolizei in Dienst gestellt. Auch Unternehmen arbeiten an Abwehrsystemen. Rheinmetall arbeitet nach Worten Pappergers etwa mit der Telekom zusammen, um künftig Funkmasten zur frühzeitigen Erkennung von Drohnen in ganz Deutschland zu nutzen. Das Rüstungsunternehmen habe auch ein Frühwarnsystem entwickelt, das potenzielle Bedrohungen aus der Luft bereits im weiten Vorfeld erkennen, identifizieren und lückenlos verfolgen könne. Auch andere Rüstungskonzerne entwickeln Systeme zur Erkennung und Abwehr von Drohnen. Ein Mitarbeiter des Flughafens Leipzig hatte die mit Sprengstoff bestückte Drohne in der Nacht zum Mittwoch auf der Südpiste des Flughafens Leipzig/Halle bemerkt. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. © dpa-infocom, dpa:260807-930-495443/1