Geburtsrecht in den USA: Trump unterzeichnet neues Dekret zur Beschränkung des US-Geburtsrechts

Datum07.08.2026 01:58

Quellewww.zeit.de

TLDRPräsident Trump versucht, das Geburtsrecht einzuschränken und den sogenannten "Geburtstourismus" zu bekämpfen. Ein neues Dekret soll verhindern, dass Kinder, deren Mütter ausschließlich zur Geburt in die USA reisen, automatisch die Staatsbürgerschaft erhalten. Trump will auch die Aberkennung von Staatsbürgerschaften bei Täuschung ermöglichen und Ausnahmen für diplomatische oder terroristische Verbindungen schaffen. Ein früherer Versuch, das Geburtsrecht für Kinder von Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis einzuschränken, wurde vom Obersten Gericht bereits gekippt, welches das automatische Geburtsrecht basierend auf dem 14. Verfassungszusatz bestätigte.

InhaltMit seinem Plan, die Vergabe der US-Staatsbürgerschaft einzuschränken, scheiterte Donald Trump vor Gericht. Nun will er gegen sogenannten Geburtstourismus vorgehen. US-Präsident Donald Trump versucht nach seiner Niederlage vor dem Obersten US-Gericht erneut, das US-Geburtsrecht bestimmter Gruppen einzuschränken. Neugeborenen, deren Mütter ausschließlich für die Geburt in die USA reisen, soll künftig nicht mehr automatisch die US-Staatsbürgerschaft zugesprochen werden. Trump unterzeichnete ein entsprechendes Dekret, mit dem gegen sogenannten Geburtstourismus vorgegangen werden soll. Gegen Trumps Vorhaben könnte es erneut Klagen geben. Vizestabschef Stephen Miller sagte, es gebe Menschen, die unter dem Vorwand eines Disneyland-Besuchs einreisen würden. Doch der eigentliche Grund sei, in den Vereinigten Staaten ein Kind zur Welt zu bringen, damit es automatisch US-Staatsbürger wird. Wie genau die US-Regierung im Einzelfall herausfinden will, zu welchem Zweck jemand in die USA einreist, blieb unklar. Trump unterzeichnete noch ein weiteres Dekret: Demnach darf die US-Regierung nach eigenen Angaben Menschen die US-Staatsbürgerschaft nachträglich aberkennen, wenn sie unter vorgetäuschten Tatsachen erlangt wurde. Zudem hieß es, dass eine Staatsbürgerschaft nicht zuerkannt werden muss, wenn die Eltern nicht US-Bürger sind und sich als diplomatisches Personal anderer Staaten in den USA aufhalten. Auch wenn die ausländischen Eltern als Mitglied einer als terroristisch eingestuften Organisation geführt werden, soll ihr Kind keine US-Staatsbürgerschaft erhalten. Trump hatte zu seiner Amtsübernahme im Januar 2025 ein Dekret erlassen, das verhindern sollte, dass in den USA geborene Kinder von Migrantinnen und Migranten ohne Aufenthaltserlaubnis automatisch eingebürgert werden. Die Richterinnen und Richter des Supreme Courts kippten im Juni bei ihrem Urteilsspruch mit sechs zu drei Stimmen die Anordnung. Kinder, die in den Vereinigten Staaten zur Welt kommen, erlangen damit weiterhin automatisch die US-Staatsbürgerschaft. Trump bezeichnete die Entscheidung am Donnerstag als "sehr unglücklich". Basis für das US-Geburtsrecht ist der 14. Zusatzartikel der US-Verfassung: "Alle Personen, die in den Vereinigten Staaten geboren oder eingebürgert sind und deren Gerichtsbarkeit unterstehen, sind Bürger der Vereinigten Staaten." Dieses sogenannte Jus Soli (Recht des Bodens) garantiert seit 1868 fast jedem auf US-Territorium geborenen Kind automatisch die Staatsbürgerschaft. Die Richterinnen und Richter bestätigten diese Praxis mit ihrem Urteil. Sie begründeten ihr Urteil mit der Entstehungsgeschichte des 14. Verfassungszusatzes und einem Grundsatzurteil des Supreme Court aus dem Jahr 1898. Die betroffenen Kinder seien "nach der Verfassung von Geburt an Staatsbürger". Zudem betonte das Gericht, dass Begriffe wie "rechtmäßig" oder "vorübergehend", auf die sich Trump in seiner Anordnung zur Änderung des Geburtsrechts stützte, im Verfassungstext gar nicht vorkämen – "aus einem einfachen Grund: Sie spielten keine Rolle."