Datum07.08.2026 00:21
Quellewww.zeit.de
TLDRDie Huthi-Miliz hat jemenitische Regierungstruppen in den Provinzen Marib und Hadramaut angegriffen, wobei mindestens 58 Soldaten getötet wurden. Dies stellt eine Eskalation nach dem faktischen Zusammenbruch der UN-Waffenruhe von 2022 dar. Die Angriffe, bei denen Raketen und Drohnen eingesetzt wurden, sind die folgenschwersten seit über einem Jahr und folgten auf gegenseitige Angriffe nach dem Landeversuch eines iranischen Flugzeugs in Sanaa. Die Huthis, die von Teheran unterstützt werden, kontrollieren die Hauptstadt und Teile des Nordens.
InhaltIm Jemen sind die Kämpfe zwischen Milizen und von Saudi-Arabien unterstützten Truppen eskaliert. Die Huthis griffen der Regierung zufolge mehrere Militärlager an. Bei Drohnen- und Raketenangriffen der Huthi-Miliz auf jemenitische Regierungskräfte sind nach Angaben der Armee mindestens 58 Menschen getötet worden. Zahlreiche Menschen seien verletzt worden, berichtete die Nachrichtenagentur AFP und berief sich auf Armeekreise. Den staatlichen Angaben zufolge griffen die Huthi Militärlager der jemenitischen Regierung in den Provinzen Marib und Hadramaut im Zentrum und Osten des Landes an. Die Angriffe bedeuten eine Eskalation seit der faktischen Waffenruhe im April 2022. Das jemenitische Militär bestätigte Angriffe auf seine Stellungen und sprach von Toten und Verletzten in den eigenen Reihen. Ein Sprecher der Huthi sagte, die Angriffe hätten von Saudi-Arabien unterstützten Truppen gegolten. Dabei seien ballistische Raketen und Drohnen eingesetzt worden. Die Streitkräfte würden auf diese "Aggression zur angemessenen Zeit und am angemessenen Ort" reagieren, teilte das Verteidigungsministerium der international anerkannten Regierung des Jemen daraufhin mit. Die Angriffe waren nach Angaben des Militärs die folgenschwersten seit der 2022 von der UNO vermittelten Waffenruhe. Diese war im vergangenen Monat faktisch zusammengebrochen. Auslöser der neuen Eskalation war der Versuch eines iranischen Flugzeugs Mitte Juli, in Sanaa zu landen. Jemenitische Regierungskräfte attackierten daraufhin die Landebahn des Flughafens, es folgten wiederholte gegenseitige Angriffe der Huthis und Saudi-Arabiens. Die Huthis kündigten zudem eine Blockade saudi-arabischer Häfen an und meldeten Angriffe auf Öltanker. Die schiitische radikalislamische Huthi-Miliz kämpft seit 2014 gegen die Regierung im Jemen und kontrolliert die Hauptstadt Sanaa sowie weite Teile des bevölkerungsreichen Nordens. Sie wird militärisch vom Iran unterstützt und gilt als Verbündete des Regimes in Teheran.