Öltanker verliert seine Fracht: Drohende Ölkatastrophe vor Omans Küste

Datum06.08.2026 18:59

Quellewww.spiegel.de

TLDREin russischer Sanktionen-Tanker, die "Caroline Bezengi", verliert vor Omans Küste große Mengen Öl, was eine Umweltkatastrophe drohen lässt. Der Ölteppich erstreckt sich über 600 Quadratkilometer und gefährdet Korallenriffe, Meerestiere und Zugvögel in einer ökologisch sensiblen Region. Der sanktionierte Tanker, der wahrscheinlich Öl geladen hatte, hat seit einem Vorfall im Juni keine Standortdaten mehr übermittelt. Oman fordert die Eigentümer zur Beseitigung auf, da ein ungeklärter Flaggenstatus und fehlende Versicherung das Land mit den Folgen belasten könnten.

InhaltEin sanktionierter Tanker verliert vor der Küste Omans offenbar immer größere Mengen Öl. Greenpeace warnt vor schwerwiegenden Folgen für die Umwelt. Das Schiff wird Russlands Schattenflotte zugerechnet. Vor der Küste Omans droht wegen eines auf Grund gelaufenen Öltankers eine Umweltkatastrophe von gewaltigem Ausmaß. Am 270 Meter langen Tanker "Caroline Bezengi", der Russlands sogenannter Schattenflotte zugerechnet wird, treten Satellitenaufnahmen zufolge immer größere Mengen Öl aus. Der Ölteppich sei inzwischen auf rund 600 Quadratkilometern groß, teilte die Umweltorganisation Greenpeace mit. Die "Caroline Bezengi" liegt in einer ökologisch sensiblen Region vor der omanischen Küste. Gefährdet sind Greenpeace zufolge unter anderem Korallenriffe, Meeresschildkröten, Zugvögel und Meeressäuger. In den Gewässern um die geschützten Inseln in dem Gebiet, wo Seevögel brüten und Schildkröten ihre Eier ablegen, lebt auch der seltene Arabische Buckelwal. Der unter EU-Sanktionen stehende Tanker hatte im russischen Hafen Noworossijsk mit großer Wahrscheinlichkeit Öl geladen, wie das Geodaten-Unternehmen Synmax zur Auswertung von Satellitenbildern mitteilte. Anfang Juni habe er wohl einen Zwischenfall auf See erlitten und dann keine Standortdaten mehr mitgeteilt. Berichten zufolge steuerte der Tanker einen Hafen in Indien an. Spekuliert wurde, ob die Ukraine das Schiff etwa mit einer Haftmine angegriffen haben könnte. Das Land hat schon mehrfach Schiffe der russischen Schattenflotte angegriffen. Weil Oman weit entfernt von der Ukraine liegt, wäre so ein Angriff aber logistisch nur schwer umsetzbar. Omans Transportministerium forderte die Eigentümer bereits auf, das Schiff samt seiner Ladung aus dem Gebiet zu entfernen. Ohne verantwortlichen Besitzer, angemessene Versicherung oder gar einen Flaggenstaat bestehe das Risiko, dass Oman die ökologischen und finanziellen Folgen allein schultern müsse, teilte Greenpeace mit. Der Flaggenstatus des Tankers ist ungeklärt. Um eine Katastrophe abzuwenden, müsste das Öl vermutlich auf einen anderen Tanker gepumpt werden.