Dürre: Steffen Bilger will wegen Niedrigwasser Landtransporte ausbauen

Datum06.08.2026 15:26

Quellewww.zeit.de

TLDRBundesverkehrsminister Bilger plant angesichts des Niedrigwassers am Rhein, Landtransporte auszubauen. Er will Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw ermöglichen und mehr Fracht auf die Schiene verlagern. Zudem sollen unnötige Baustellen auf Autobahnen vermieden werden, um Ausweichverkehre zu erleichtern. Die Deutsche Bahn stellt einen Sonderkoordinator zur Verfügung. Diese Maßnahmen sollen der Wirtschaft in den kommenden Wochen helfen und bereiten auf zukünftige Extremwetterereignisse vor, die durch den Klimawandel häufiger erwartet werden.

InhaltWegen des Rhein-Niedrigwassers will Bundesverkehrsminister Bilger Ausnahmen vom Sonntagsfahrverbot für Lkw. Auch soll mehr Fracht auf Schienenwegen transportiert werden. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) will wegen des aktuellen Niedrigwassers im Rhein Frachttransporte über Land ausbauen. Das gab Bilger nach einem Treffen mit Vertretern der Industrie- und Logistikbranche bekannt. Er wolle "darüber sprechen, dass wir Ausnahmen vom Sonn- und Feiertags-Fahrverbot für besonders betroffene Güter vornehmen", sagte Bilger. "Ich habe bereits mit mehreren Länder-Verkehrsministern darüber gesprochen und große Bereitschaft erkennen können." "Das Gleiche gilt auch für notwendige Schwertransporte, die auf die Straße verlagert werden müssen", sagte Bilger weiter. Das Verkehrsministerium habe bereits die Autobahn GmbH "angewiesen, alles daranzusetzen, Ausweichverkehre nicht durch zusätzliche vermeidbare Baustellen auszubremsen". Zudem wolle die Deutsche Bahn einen Sonderkoordinator bereitstellen, der Schienentransporte im betroffenen Gebiet erleichtern solle. "Wir können das Wetter nicht beeinflussen, aber wir können dafür sorgen, dass unsere Wirtschaft besser durch diese schwierigen Wochen kommt", sagte Bilger. Bei den angekündigten Maßnahmen handle es sich um "ganz konkrete Schritte, die Unternehmen jetzt helfen können. Aber mindestens genauso wichtig ist der Blick nach vorne." Niedrigwasser und Extremwetter würden künftig durch den Klimawandel häufiger auftreten und dementsprechend die Wirtschaft belasten.  Dabei sei in den vergangenen Jahren bereits vieles geleistet worden, sagte der Minister. So verwies er auf das im Juli vom Bundesrat gebilligte Infrastrukturzukunftsgesetz, das den Ausbau von Wasserstraßen beschleunige. Die Logistikbranche sei zudem von Niedrigwasser inzwischen "nicht mehr so überrascht wie in der Vergangenheit" und könne früher planen – etwa dank "Wasserstandsvorhersagen, die inzwischen bis zu sechs Wochen in die Zukunft reichen." Zudem gebe es mit dem Niedrigwasser-Informationssystem "erstmals ein bundesweit einheitliches Lagebild".  Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.