Datum06.08.2026 15:06
Quellewww.zeit.de
TLDRDer Nabu sieht die Kreuzfahrtbranche trotz Investitionen in Landstromanschlüsse weiterhin auf einem "fossilen Kurs". Die zentrale Herausforderung, der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen, sei ungelöst, da viele Reedereien auf Schweröl und LNG setzen. Klimaneutrale Antriebe bleiben die Ausnahme, obwohl machbare Alternativen existieren. Havila und Hurtigruten führen das Ranking erneut an, erreichen aber nur die Hälfte der möglichen Punkte und sind weit von umweltfreundlichem Reisen entfernt.
InhaltKreuzfahrtschiffe werden offenbar klimafreundlicher. Dennoch sieht der Naturschutzbund Deutschland in einem neuen Ranking erheblichen Verbesserungsbedarf. Die Kreuzfahrtbranche bleibt in ihrer Umweltbilanz nach Einschätzung des Naturschutzbunds Nabu nach wie vor deutlich hinter ihren Möglichkeiten zurück. Zwar investierten die Unternehmen verstärkt in Landstromanschlüsse, die die Schiffe während der Liegezeit im Hafen mit Strom versorgen, anstatt die Motoren laufen lassen zu müssen. Dennoch sei die Kreuzfahrtbranche weiterhin "auf fossilem Kurs", kritisierte der Nabu. Die zentrale Herausforderung – der Ausstieg aus fossilen Kraftstoffen – bleibe ungelöst, teilte die Organisation bei der Vorstellung ihres neuen Kreuzfahrtrankings mit. Viele Unternehmen setzten weiterhin auf fossile Energieträger, insbesondere Schweröl und "vermeintliche Übergangslösungen" wie etwa Flüssigerdgas (LNG). Investitionen in tatsächlich klimaneutrale Antriebe und Schiffe mit strombasierten synthetischen Kraftstoffen blieben hingegen nach wie vor die Ausnahme – obwohl erste Konzepte für vollelektrische große Kreuzfahrtschiffe zeigten, "dass klimafreundliche Alternativen realisierbar sind". Besonders problematisch sei, dass trotz jahrelanger Kritik die Mehrheit der Kreuzfahrtunternehmen weiterhin auf Schweröl setze. Wie in den Vorjahren landeten die norwegischen Reedereien Havila und Hurtigruten auch diesmal im Umweltranking des Nabu ganz vorn. Dessen Schifffahrtsexperte Sönke Diesener sagte allerdings bei der Präsentation der Ergebnisse in Hamburg, dass auch diese Reedereien weit von einer umweltfreundlichen Art des Reisens entfernt seien. Selbst als Bestplatzierte erreichten beide Unternehmen nicht einmal die Hälfte der möglichen Punkte.