Datum06.08.2026 12:03
Quellewww.zeit.de
TLDRIm Saarland sind laut RKI-Schätzungen bereits über 400 Menschen an Hitzefolgen gestorben, deutlich mehr als in Vorjahren. Eine extreme Hitzewoche Ende Juni war ursächlich. Bundesweit liegen die Schätzungen bei rund 11.900 Hitzetoten. Dies unterstreicht die Gefährlichkeit extremer Hitzeperioden, besonders für ältere Menschen. Die Zahlen sind Schätzungen auf Basis von Sterbe- und Wetterdaten.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Folgen der Hitze“. Lesen Sie jetzt „RKI: Bislang mehr als 400 Hitzetote im Saarland“. Im teils extrem heißen Sommer sind nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts (RKI) alleine im Saarland bislang rund 410 Menschen an den Folgen von Hitze gestorben. Das sind schon jetzt weitaus mehr als in jedem Gesamtjahr seit 2016, was vor allem an einer extrem heißen Woche Ende Juni liegt. Der bisherige Höchststand der vergangenen Jahre lag im Saarland bei geschätzt 130 Hitzetoten im ebenfalls extrem heißen Sommer 2018, wie aus Zahlen des RKI in Berlin hervorgeht. Der diesjährige Sommer ist allerdings noch nicht vorbei, die Temperaturen sind weiterhin hoch. Im Saarland leben rund eine Million Menschen. Bundesweit sind in diesem Jahr schätzungsweise rund 11.900 Menschen hitzebedingt gestorben, davon rund 9.600 allein in der Woche vom 22. bis 28. Juni, als die Temperaturen an einigen Tagen vielerorts um die 40 Grad Celsius gelegen hatten. Damit sind in diesem Jahr auch in ganz Deutschland bereits deutlich mehr Menschen wegen der Hitze gestorben als in jedem einzelnen Gesamtjahr seit 2016. Die meisten Hitzetoten gab es zuvor 2018 mit geschätzt rund 9.000, heißt es im aktuellen RKI-Wochenbericht zur hitzebedingten Sterblichkeit. Die Auswirkungen dieser besonders heißen Woche sowie der Folgewoche zeigten sich erst jetzt, schreibt das RKI. Das liege auch daran, dass Temperaturen in dieser Höhe bisher in Deutschland kaum oder gar nicht vorkamen. Zudem würden bundeslandspezifische Zahlen des Statistischen Bundesamtes erst mit einer Verzögerung von fünf Wochen berichtet. Der aktuelle Bericht betrachtet insgesamt die Hitzetoten aus dem Zeitraum vom 6. April bis 26. Juli. Jede Woche werde auf einer neueren Datenbasis neu kalkuliert, sagte eine Sprecherin. Bei den Daten des RKI handelt es sich um Schätzungen auf Basis der Sterbefallzahlen des Statistischen Bundesamtes. Auch Daten von 52 Wetterstationen des Deutschen Wetterdienstes fließen in die Berechnung ein. Hitze ist vor allem für ältere Menschen gefährlich. Mit gut 6.000 wurden die meisten Todesfälle in der Altersgruppe von 85 Jahren oder älter verzeichnet. © dpa-infocom, dpa:260806-930-492041/1