Niedrigwasser: Fließt die Ahr noch in den Rhein oder ist sie versickert?

Datum06.08.2026 11:13

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Ahr versickert wegen des Niedrigwassers stellenweise vor ihrer Mündung in den Rhein. Das liegt daran, dass die Ahr in das trockengefallene, kiesige Flussbett des Rheins mündet. Bei geringem Wasserstand fließt die Ahr dort unterirdisch weiter und ist oberirdisch nicht sichtbar. Nach Regenfällen ist sie wieder sichtbar, bleibt aber insgesamt auf sehr niedrigem Niveau. Dieses Phänomen ist hydrologisch normal, das Niedrigwasser des Rheins jedoch außergewöhnlich.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Niedrigwasser“. Lesen Sie jetzt „Fließt die Ahr noch in den Rhein oder ist sie versickert?“. Wegen des extremen Niedrigwassers wirkt es derzeit stellenweise so, als würde die Ahr kurz vor ihrer Mündung in den Rhein einfach versickern. Tatsächlich ist das aber nicht der Fall, wie das Landesamt für Umwelt in Mainz erklärt. Warum ist sie dann teils nicht mehr zu sehen? Weil der Rhein so wenig Wasser führt, mündet die Ahr dem Landesamt zufolge zunächst in das trockengefallene Flussbett des Rheins. Dieses besteht aus grobem Kies und Geröll. Fließt die Ahr nur mit sehr wenig Wasser, verschwindet dieses zwischen den Hohlräumen des Gesteins und fließt dort unterirdisch weiter. An der Oberfläche ist der Wasserlauf dann zeitweise nicht mehr zu erkennen. Nach den Regenfällen in der Nacht zum Mittwoch führte die Ahr aktuell wieder etwas mehr Wasser und erreicht den Rhein wieder sichtbar. Wegen der anhaltenden Trockenheit und Hitze bleibt ihr Wasserstand aber insgesamt sehr niedrig.  Das Landesamt für Umwelt betont, dass das derzeitige Niedrigwasser des Rheins außergewöhnlich ist. Dass Wasser in grobem Flussbettmaterial zeitweise unterirdisch weiterfließt, ist aus hydrologischer Sicht dagegen ein bekanntes und grundsätzlich normales Phänomen. © dpa-infocom, dpa:260806-930-491719/1