Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle: Grüne fordern nach Drohnenvorfall Sitzung des Sicherheitsrates

Datum06.08.2026 09:20

Quellewww.zeit.de

TLDRNach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle fordern die Grünen eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Sie sehen darin einen "erheblichen und schweren hybriden Angriff", möglicherweise durch staatliche Akteure. Die Grünen betonen die Notwendigkeit, die Lage zu beraten und Konsequenzen zu ziehen. Eine Konsultation im Rahmen der NATO wird ebenfalls als angemessen erachtet.

InhaltDie Grünen dringen nach dem Vorfall in Leipzig auf Beratungen des Nationalen Sicherheitsrats. Das Gremium wurde geschaffen, um rasch auf Bedrohungen reagieren zu können. Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle fordern die Grünen im Bundestag eine Dringlichkeitssitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Dieser müsse umgehend zusammenkommen, um über die Lage und die notwendigen Konsequenzen daraus zu beraten, sagte Fraktionschefin Katharina Dröge der Nachrichtenagentur dpa. In einer solch ernsten Situation dürften auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht fehlen. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder eingeladen werden. Die Entdeckung einer Drohne mit Sprengvorrichtung auf der Start- und Landebahn Südpiste am Flughafen Leipzig/Halle brachte in der Nacht zum Mittwoch zeitweise den Flugbetrieb zum Erliegen. Eine Touristengruppe entdeckte die Drohne in der Nähe eines Flugzeugs, das offenbar zur ukrainischen Luftwaffe gehört. Danach kollidierte offenbar eine Frachtmaschine des Logistikunternehmens DHL möglicherweise mit einer weiteren Drohne in der Luft. Das Flugzeug landete sicher in Hannover. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) sprach auf einer Pressekonferenz in Leipzig von einem "hybriden Anschlagsszenario" und schloss auch "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Grünen-Fraktionschefin Dröge bezeichnete den Vorfall am Flughafen Leipzig/Halle als "erheblichen und schweren hybriden Angriff". Viele Fragen dazu seien auch nach der Pressekonferenz von Dobrindt noch offen. Es spreche sehr viel dafür, dass ein staatlicher Akteur die Verantwortung für den Angriff trage. "Das wäre dann Staatsterrorismus, auf den es eine klare und konsequente Reaktion der Bundesrepublik Deutschland braucht", sagte Dröge.  Angesichts der Schwere der Vorfälle wäre auch eine Konsultation im Rahmen der Nato angemessen, sagte Dröge. Die Grünen hätten zudem eine zeitnahe Information des Innen- und des Verteidigungsausschusses des Bundestages beantragt.