Flughafen Leipzig/Halle: Ermittler suchen nach zweitem Flugobjekt

Datum06.08.2026 08:49

Quellewww.spiegel.de

TLDRAm Flughafen Leipzig/Halle wurde eine Sprengstoff-Drohne nahe einer ukrainischen Transportmaschine entdeckt und entschärft. Es wird nach einem zweiten Flugobjekt gesucht, das möglicherweise mit einem Frachtflugzeug kollidierte. Bundesinnenminister Dobrindt spricht von einem "hybriden Anschlagsszenario", die Grünen fordern Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates und schließen staatliche Akteure nicht aus. Die genauen Zusammenhänge sind noch unklar.

InhaltDie Grünen fordern nach dem Fund einer Sprengstoffdrohne am Flughafen Leipzig/Halle Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates. Unterdessen wird nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht. Nach dem Fund einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle soll die Suche nach einem zweiten, noch unbekannten Gegenstand in den Morgenstunden fortgesetzt werden, sagte ein Sprecher des Landeskriminalamts (LKA) Sachsen. Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start-und-Lande-Bahn "Südpiste" am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Ein mutmaßlich zweites unbekanntes Flugobjekt sei mit einem Frachtflugzeug zusammengestoßen, nachdem das Flugzeug wegen der zuvor erfolgten Sperrung der Landebahn wieder durchgestartet sei, hieß es von den Ermittlern. Bei der Maschine seien nach der Landung in Hannover leichte Beschädigungen festgestellt worden, hieß es. Sachsens Innenminister Armin Schuster (CDU) sagte, es werde noch nach Teilen einer möglichen zweiten Drohne gesucht. Inwiefern die Vorfälle zusammenhängen, ist noch unklar. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) hatte am Mittwochabend von einer "neuen Gefahrenqualität" und einem "hybriden Anschlagsszenario" gesprochen und schloss "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus. Die Grünen im Bundestag fordern nach dem Vorfall Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Katharina Dröge sagte der Nachrichtenagentur dpa, der Sicherheitsrat müsse umgehend zusammenkommen, um über die Lage und die notwendigen Konsequenzen daraus zu beraten. In einer solch ernsten Situation dürften auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht fehlen. Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder eingeladen werden. Dröge sprach von einem "erheblichen und schweren hybriden Angriff". Viele Fragen dazu seien auch nach der Pressekonferenz von Dobrindt noch offen. Es spreche sehr viel dafür, dass ein staatlicher Akteur die Verantwortung für den Angriff trage. "Das wäre dann Staatsterrorismus, auf den es eine klare und konsequente Reaktion der Bundesrepublik Deutschland braucht", sagte sie. Angesichts der Schwere der Vorfälle wäre auch eine Konsultation im Rahmen der Nato angemessen, fügte sie hinzu. Die Grünen hätten zudem eine zeitnahe Information des Innen- und des Verteidigungsausschusses des Bundestages beantragt.