Nach Drohenvorfall: Grüne fordern Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates

Datum06.08.2026 08:17

Quellewww.zeit.de

TLDRNach einem Sprengstoff-Drohnenfund am Flughafen Leipzig/Halle fordern die Grünen eine sofortige Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Dröge bezeichnete den Vorfall als "hybriden Angriff" und schloss staatliche Akteure nicht aus. Sie drängt auf klare Reaktionen und eine mögliche Nato-Konsultation. Innenexpertin Eichwede sieht eine neue Gefahrenqualität und verweist auf technische Abwehrmaßnahmen und geplante Gesetzesverschärfungen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Nach Drohenvorfall“. Lesen Sie jetzt „Grüne fordern Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates“. Nach dem Vorfall mit einer Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle fordern die Grünen im Bundestag Beratungen des Nationalen Sicherheitsrates. Fraktionschefin Katharina Dröge sagte der Deutschen Presse-Agentur, der Sicherheitsrat müsse umgehend zusammenkommen, um über die Lage und die notwendigen Konsequenzen daraus zu beraten. In einer solch ernsten Situation dürften auch Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) nicht fehlen.  Die schwarz-rote Bundesregierung hatte den Nationalen Sicherheitsrat im vergangenen Jahr gegründet, um auf Krisen und Bedrohungen aller Art schnell und effektiv reagieren zu können. Neben Mitgliedern der Bundesregierung und Sicherheitsbehörden können auch Vertreter der Länder eingeladen werden. Die Drohne mit der Sprengvorrichtung war in der Nacht zum Mittwoch auf der Start- und Landebahn "Südpiste" am Flughafen Leipzig/Halle entdeckt worden. Sie befand sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen nahe einer ukrainischen Transportmaschine vom Typ Antonow AN-124 Condor. Spezialisten der Bundespolizei entschärften die Sprengvorrichtung. Am Mittwochabend war Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) am Flughafen vor Ort und hatte mit Vertretern von Landesregierung und Sicherheitsbehörden beraten. Er sprach von einem "hybriden Anschlagsszenario" und schloss auch "fremde Mächte" als Drahtzieher nicht aus.  Dröge sprach von einem "erheblichen und schweren hybriden Angriff". Viele Fragen dazu seien auch nach der Pressekonferenz von Dobrindt noch offen. Es spreche sehr viel dafür, dass ein staatlicher Akteur die Verantwortung für den Angriff trage. "Das wäre dann Staatsterrorismus, auf den es eine klare und konsequente Reaktion der Bundesrepublik Deutschland braucht", betonte Dröge.  Angesichts der Schwere der Vorfälle wäre auch eine Konsultation im Rahmen der Nato angemessen, fügte sie hinzu. Die Grünen hätten zudem eine zeitnahe Information des Innen- und des Verteidigungsausschusses des Bundestages beantragt.  "Wir haben hier in jedem Fall eine neue Gefahrenqualität", sagte die SPD-Innenexpertin Sonja Eichwede im Deutschlandfunk. Sie verwies darauf, dass der Flughafen Leipzig/Halle mit einem Drohnenabwehrsystem ausgestattet sei. Die Drohne sei aber keine handelsübliche, sondern professionell gebaute gewesen, die nicht erkannt worden sei.  Eichwede, die auch Mitglied im Parlamentarischen Kontrollgremium zur Kontrolle der Nachrichtendienste ist, betonte, man sei dabei, alle Flughäfen mit Systemen zur Abwehr von Drohnen auszustatten. Sie verwies zugleich auf das bereits eingerichtete Drohnenabwehrzentrum und die Verschärfungen des Luftsicherheits- und es Cybersicherheitsgesetzes. Voraussichtlich kommende Woche werde das Bundeskabinett weitere Befugnisse für die Nachrichtendienste beschließen. © dpa-infocom, dpa:260806-930-490722/1