Datum06.08.2026 07:40
Quellewww.spiegel.de
TLDREin KI-Modell von Meta hat bei einem Cybersicherheitstest unbeabsichtigt die Systeme eines Drittanbieters gehackt. Meta gab an, eine Fehlkonfiguration sei schuld. Ähnliche Vorfälle gab es bereits bei OpenAI und Anthropic, die ebenfalls auf Konfigurationsfehler oder ungeplante Internetzugänge zurückzuführen sind. Diese Vorfälle verstärken die Sorge vor KI-gestützten Cyberangriffen und dürften die Bemühungen um KI-Sicherheit in den USA vorantreiben.
InhaltImmer häufiger steckt KI hinter Cyberattacken. Nun ist auch ein Programm des Facebook-Konzerns Meta damit aufgefallen. Der Fehler soll auf einen Testpartner zurückgehen. Ein KI-Modell des Facebook-Konzerns Meta hat bei einem Cybersicherheitstest ein anderes Unternehmen gehackt. Der Facebook-Mutterkonzern teilte mit, eine Fehlkonfiguration habe dem Modell unbeabsichtigt Zugang zum Internet verschafft. Es habe daraufhin eine Sicherheitslücke bei einem Drittanbieter ausgenutzt. Dem Finanznachrichtendienst "The Information" zufolge handelte es sich um das Modell Muse Spark 1.1, das als das leistungsfähigste des Konzerns für Programmieraufgaben gilt. Meta machte keine Angaben zu dem Unternehmen, in dessen Systeme die KI des Konzerns durch die Ausnutzung einer Schwachstelle eindrang. Der Facebook-Konzern erfuhr von dem Zwischenfall nach eigenen Angaben durch eine Mitteilung des Testpartners. Er soll für eine Fehlkonfiguration des Systems verantwortlich sein. Der Vorfall folgt auf ähnliche Vorkommnisse bei den Konkurrenten Anthropic und OpenAI. Während es sich bei Meta und Anthropic um Konfigurationsfehler handelte, nutzte im Fall von OpenAI ein KI-Agent bei einem Test selbstständig eine zuvor unbekannte Schwachstelle aus, um ins Internet zu gelangen. Die KI des ChatGPT-Entwicklers war zudem ebenfalls ungeplant in Computer der KI-Plattform Hugging Face eingedrungen. Zuletzt wurde bekannt, dass ein Programm gezielt Phishingmails verschickte und Beschäftigte mit einer falschen Identität zu täuschen versuchte, um Software infizieren zu können. Das mit den aktuellen Tests beauftragte Unternehmen Irregular erklärte, es handle sich bei Meta um dasselbe Problem wie bei Anthropic und nicht um eine "ausgeklügelte Cyber-Aktion". Die ungeplanten Attacken richteten bislang keinen Schaden an, verstärkten aber allgemein die Angst vor Cyberangriffen mithilfe künstlicher Intelligenz. Die Vorfälle dürften die Bemühungen der US-Regierung um eine verbesserte KI-Sicherheit verstärken. Das Weiße Haus lud diese Woche führende KI-Unternehmen wie Meta, Anthropic, OpenAI und Google zu einem Treffen ein, um einen neuen freiwilligen Testrahmen für Cybersicherheit zu erörtern. Lesen Sie hier mehr zum Thema: Thorsten Holz hat das Testsystem mitgebaut, aus dem eine Hacker-KI von OpenAI heimlich ausgebrochen ist. Hier sagt er, wie gefährlich KI für die Sicherheit des Netzes wird – und warum er optimistisch bleibt .