Datum06.08.2026 01:32
Quellewww.spiegel.de
TLDRTrotz gescheiterter Investorenpläne und Kritik an Gianni Infantino hat sich die Fifa-Spitze in Rabat demonstrativ hinter ihren Präsidenten gestellt und ihm "uneingeschränkte Unterstützung" zugesichert. Der Weltverband räumte Fehler im Prozess ein, betonte aber, keine Angriffe auf seine Integrität zu dulden. Ein Bericht über eine angebliche Zusage Infantinos bezüglich des WM-Finales 2030 wurde dementiert. Infantinos Zukunft als Fifa-Präsident ist dennoch unsicher.
InhaltBei ihrem Krisentreffen in Marokko gesteht die Fifa zwar ein, es habe bei den umstrittenen Investorenplänen Fehler gegeben. Dennoch unterstützt die Führungsspitze demonstrativ ihren in die Kritik geratenen Präsidenten. Die Führungsspitze des Fußball-Weltverbandes hat nach einer Notfallsitzung in der marokkanischen Hauptstadt Rabat Einigkeit demonstriert. Fifa-Generalsekretär Mattias Grafström und die anwesenden Mitglieder des Management-Boards hätten Präsident Gianni Infantino "ihre uneingeschränkte Unterstützung" zugesichert. Er sei der "einzige Amtsträger, der von den 211 Fifa-Mitgliedsverbänden gewählt wurde", hieß es in einer Mitteilung . Umgekehrt habe Infantino seine volle Unterstützung für Generalsekretär Grafström bekräftigt. Passenderweise saßen beide am Abend nebeneinander auf der Tribüne beim Spiel des Africa Cup of Nations der Frauen zwischen Malawi und Sambia. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Der Schwede Grafström hatte zuletzt angesichts des gescheiterten Plans zum Verkauf von WM-Rechten an Investoren in einer internen Mail an Fifa-Mitarbeiter noch eine "traurige und tadelnswerte Reihe von Ereignissen" sowie einen "Aufruhr" beklagt. Zudem räumte die Fifa Fehler bei den Investorenplänen ein (mehr zu den Plänen hier ). Es herrsche Einigkeit darüber, dass es nicht beabsichtigt gewesen sei, dem Fifa-Rat und den Fifa-Mitgliedsverbänden "das Gefühl zu geben, vom Prozess ausgeschlossen zu sein, und dass der Prozess anders hätte gehandhabt werden sollen", hieß es in der Mitteilung weiter. Der Fußball-Weltverband in einer Mitteilung nach der Notfallsitzung Infantino hatte zuletzt für Empörung in der Fußballwelt gesorgt, als die Pläne bekannt wurden. Der Fifa-Chef lenkte zwar ein und verwarf die Idee – dennoch wächst vor allem in Europa der Widerstand gegen ihn. Die Krise könnte das Ende von Infantinos inzwischen zehnjähriger Amtszeit als Fifa-Präsident bedeuten. Mehr dazu, welche zwei Optionen seine Widersacher haben – und wer mögliche Nachfolger sind – erfahren Sie hier . Mit Blick auf die harsche Kritik teilte der Weltverband mit: "Die Fifa wird keinerlei Angriffe auf ihre Integrität dulden und alle erforderlichen Maßnahmen ergreifen, um ihren Ruf zu verteidigen." Zuvor hatte ein Bericht der "Times" noch für weiteren Wirbel gesorgt. Die Zeitung schrieb unter Berufung auf eine anonyme Quelle, dass Infantino Marokko die Austragung des WM-Endspiels 2030 versprochen und im Gegenzug Unterstützung durch das Land verlangt habe. Das wurde vom Fußball-Weltverband umgehend dementiert. Laut "Times" solle das Finale im neuen Hassan-II.-Stadium mit 115.000 Plätzen in Casablanca stattfinden. Das wäre ein Affront gegen Spanien und damit gegen Europa. Spanien trägt zusammen mit Portugal und Marokko die WM 2030 aus. Dazu finden die ersten drei Spiele in Südamerika (Uruguay, Argentinien und Paraguay) statt. Die Fifa erklärte zu dem Zeitungsbericht: "Es ist falsch und irreführend zu behaupten, der Fifa-Präsident habe irgendein Versprechen bezüglich der Austragung des Finales der Fifa-Fußball-Weltmeisterschaft 2030 abgegeben." Eine Entscheidung werde zu gegebener Zeit getroffen. Nach dem Aus seiner Investorenpläne kämpft Fifa-Boss Gianni Infantino um seine Zukunft. Eine entscheidende Rolle spielt der Emir von Katar. Mehr dazu erfahren Sie hier .