Litauen: Grenzschützer entdecken Tunnel unter Zaun zu Belarus

Datum05.08.2026 19:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRLitauische Grenzschützer entdeckten erneut einen Tunnel an der Grenze zu Belarus, der mutmaßlich für die illegale Schleusung von Migranten genutzt werden sollte, um die EU unter Druck zu setzen. Der unfertige Tunnel war etwa 1,5 Meter tief und reichte vier Meter auf litauisches Gebiet. Litauen wirft Belarus vor, gezielt Migranten zur Grenze zu bringen, und hat daraufhin den Grenzschutz verstärkt und einen Zaun errichtet. Zwei weitere Tunnel wurden kürzlich entdeckt. Ein Vorfall mit einem Angriff von Migranten auf Grenzschützer führte zu einer internen Untersuchung.

InhaltLitauische Grenzschützer stoßen erneut auf einen Tunnel an der Grenze zu Belarus. Die Behörden vermuten, dass der Gang für die illegale Schleusung von Migranten genutzt werden sollte, um Druck auf die EU auszuüben. Litauische Grenzschützer haben erneut einen unterirdischen Tunnel an der Grenze zu Belarus entdeckt. Er sollte offenbar dazu dienen, Migranten heimlich nach Litauen zu bringen. Nach Angaben der Grenzschutzbehörde in Vilnius verlief der unfertige Gang in rund 1,5 Meter Tiefe unter dem Grenzzaun. Er war mit Baumstämmen und Brettern abgestützt. Der getarnte Eingang befand sich auf belarussischer Seite. Der Tunnel reichte etwa vier Meter weit bis zum litauischen Staatsgebiet, besaß jedoch noch keinen Ausgang. Entdeckt wurde die Anlage mithilfe elektronischer Überwachungstechnik. Litauen wirft Belarus seit Längerem vor, gezielt Migranten aus Krisenregionen an die Außengrenze der Europäischen Union zu bringen, um Druck auf die EU auszuüben. Als Reaktion verstärkte die Regierung den Grenzschutz und errichtete einen Grenzzaun. Bereits in den vergangenen Wochen hatten die Behörden zwei weitere Tunnel unter der Grenze aufgespürt. Bei einem dieser Vorfälle sollen Grenzschützer nach Medienberichten von einer Gruppe von Migranten angegriffen worden sein, als diese sich einer Festnahme widersetzten. Die Beamten zogen sich demnach zurück, während die Migranten nach Belarus flüchteten. Der litauische Innenminister Martynas Katelynas ordnete nach Bekanntwerden des Vorfalls eine interne Untersuchung an. Zuvor hatte eine Sprecherin des Grenzschutzes den Angriff bestätigt, der zunächst nicht öffentlich gemacht worden war. Auch Ministerpräsident Mindaugas Sinkevicius kritisierte die verzögerte Information über den Vorfall.