Niedrigwasser: Rhein verliert Wasser – Pegel Kaub meldet nur 19 Zentimeter

Datum05.08.2026 19:11

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Rhein hat einen historischen Tiefststand erreicht: Der Pegel bei Kaub liegt nur noch bei 19 Zentimetern, unter dem bisherigen Rekordwert von 2018. Auch in Mannheim und Worms wurden neue Tiefststände gemessen. Experten sehen die Situation ungewöhnlich früh und erwarten Auswirkungen auf die Schifffahrt durch geringere Ladekapazitäten und höhere Kosten. Zudem werden alte Munition freigelegt und die Tierwelt leidet unter hohen Wassertemperaturen. Verkehrsminister Bilger lädt zu einer Konferenz nach Bonn.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Niedrigwasser“. Lesen Sie jetzt „Rhein verliert Wasser – Pegel Kaub meldet nur 19 Zentimeter“. Im Rhein ist der Wert am Pegel bei Kaub nach dem Fall unter das bisherige Rekordtief noch einmal deutlich gesunken: Er liegt dem Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt (WSA) Rhein zufolge nun bei 19 Zentimetern. Am Montag waren es noch 24 Zentimeter. Das war ein Zentimeter unter dem zuvor niedrigsten Wasserstand seit Messbeginn, der am 22. Oktober 2018 erreicht worden war. Das Wasser sank in den vergangenen Tagen schnell: Vor knapp zwei Wochen lag der Stand in Kaub noch bei mehr als 50 Zentimetern. Ein Pegelstand ist eine relative, von einem festgelegten Punkt aus gemessene Wasserhöhe. Er zeigt damit nicht die tatsächliche Wassertiefe bis zum Boden. In Mannheim hat der Pegelwert den bisherigen Tiefststand von 85 Zentimetern am Montag um drei Zentimeter gebrochen und nun wieder erreicht. Auch in Worms ist der bisherige Tiefststand von 2 Zentimetern Geschichte: Dort wurden am Mittwochmorgen -2 Zentimeter gemessen, am frühen Nachmittag -1.  An weiteren Pegeln etwa in Mainz, Bingen, Andernach und Remagen bewegen sich die aktuellen Wasserstände nahe an den jeweiligen Tiefstwerten. In Bingen fehlen beispielsweise nur 7 Zentimeter bis zum niedrigsten bekannten Wasserstand von 1985. Die Situation um das Niedrigwasser im Rhein spitzt sich WSA-Experten zufolge ungewöhnlich früh zu. Eigentlich seien Spätsommer und Herbst dafür typische Zeiten. Bundesverkehrsminister Steffen Bilger lädt wegen des historischen Niedrigwassers am Rhein für Donnerstag zu einer Konferenz nach Bonn. Dem WSA zufolge ergeben sich unter anderem Auswirkungen auf die Schifffahrt. Demnach können Schiffe weniger zuladen, die Fahrten werden mit fallendem Pegel unwirtschaftlicher. Es gibt verschiedene weitere Auswirkungen: Die niedrigen Wasserstände legen alte Munition frei, bremsen die Personenschifffahrt und Rheinfähren und führen zu einem Kundenrückgang bei Sportbootsverleihen. Zudem bedeuten hohe Wassertemperaturen für die Lebewesen im Rhein Stress und Sauerstoffmangel. © dpa-infocom, dpa:260805-930-489202/1