Bewährungsstrafen für Streamer nach Tod von Jean Pormanove

Datum05.08.2026 19:05

Quellewww.spiegel.de

TLDRZwei französische Streamer erhielten Bewährungsstrafen und Geldstrafen für ihre Beteiligung an Gewaltvideos, die zum Tod von Raphaël Graven (Jean Pormanove) führten. Obwohl die Obduktion einen medizinischen Grund für Gravens Tod ergab, löste der Vorfall eine Debatte über Gewalt in Livestreams aus. Die Verurteilten, die den Kanal betrieben, wurden zudem von sozialen Netzwerken ausgeschlossen und ihre Ausrüstung beschlagnahmt.

InhaltEine Gruppe französischer Streamer verdiente an Gewaltvideos. Ihr Opfer: Raphaël Graven alias Jean Pormanove. Der starb vergangenes Jahr vor laufender Kamera. Nun sind Urteile gefallen. Der Tod des bekannten Streamers Raphaël Graven vor laufender Kamera sorgte vergangenes Jahr über Frankreich hinaus für Bestürzung. Jetzt sind zwei an den Sendungen beteiligte Männer wegen schwerer Körperverletzung sowie Hass, Gewalt im Internet und Diskriminierung verurteilt worden. Der eine erhielt zwei Jahre Haft auf Bewährung und eine Geldstrafe von 10.000 Euro. Der andere wurde zu einer 18-monatigen Bewährungsstrafe und einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt. Sie sind zudem sechs Monate von sozialen Netzwerken ausgeschlossen, ihre gesamte IT-Ausrüstung wurde eingezogen. Die nun verurteilten Männer im Alter von 24 und 27 Jahren hatten den Kanal betrieben. In Livestreams war zu sehen, wie noch wenige Stunden vor Gravens Tod auf ihn eingeschlagen wurde. Später erlitt der 46-Jährige, der unter dem Künstlernamen Jean Pormanove auftrat, im Schlaf einen Erstickungsanfall und rührte sich nicht mehr. Eine Obduktion ergab zwar, dass der Streamer nicht durch Misshandlung, sondern aus einem medizinischen Grund starb. Der Tod schockierte dennoch und löste eine Debatte über Gewalt in Livestreams aus. Der Streamer mit Hunderttausenden Followerinnen und Followern nutzte verschiedene soziale Plattformen für Gaming-Übertragungen, unterzog sich dort aber auch freiwillig immer wieder extremen Herausforderungen. Am Ende ging dem Streamer die Gewalt aber wohl selbst zu weit. "Ich habe es satt, ich will weg", schrieb er laut dem Sender BFMTV an seine Mutter. Wegen früherer Hinweise auf Misshandlungen hatte die Staatsanwaltschaft bereits vor dem Tod des Streamers die an den Livestreams Beteiligten befragt, die aber – wie auch Graven zu dem Zeitpunkt – von einer Inszenierung gesprochen hatten, mit der sie Geld verdienten. Mehr zum Fall lesen Sie hier.