Datum05.08.2026 18:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRAbdul El-Sayed gewann die demokratische Vorwahl in Michigan und tritt bei den Midterms gegen Mike Rogers an. Der Progressive El-Sayed, dessen Sieg den linken Flügel der Demokraten stärkt, setzt sich für staatliche Krankenversicherung und gegen Waffenlieferungen an Israel ein. US-Präsident Trump attackierte ihn daraufhin als "kommunistischen Versager". Das Rennen um den Senatssitz im "Swing State" Michigan gilt als knapp.
InhaltAbdul El-Sayed wird beim Rennen um den Senatssitz in Michigan für die Demokraten antreten. Er setzt sich für eine staatliche Krankenversicherung und gegen Waffen für Israel ein. Donald Trump attackiert ihn schon. Der linke Flügel der US-Demokraten ist erneut gestärkt aus einer Kongress-Vorwahl hervorgegangen: Abdul El-Sayed, Teil des progressiven Lagers, hat sich in Michigan knapp gegen die moderate Demokratin Haley Stevens behauptet. Das berichten mehrere US-Medien übereinstimmend. El-Sayed wird bei den Zwischenwahlen (Midterms) im November gegen den Republikaner Mike Rogers antreten. Das Ergebnis könnte für die künftigen Mehrheitsverhältnisse in der Parlamentskammer entscheidend sein. Experten sehen das Rennen um den Sitz im "Swing State" als eines von wenigen, bei dem der Wahlausgang schwer absehbar ist. US-Präsident Donald Trump bezeichnete die Berichte über El-Sayeds Sieg als "tolle Neuigkeiten für die Republikanische Partei". Auf seiner Plattform Truth Social nannte er den Demokraten einen "kommunistischen Versager". Trump nutzt das Kommunismus-Label immer wieder für linke Demokraten, die jüngst auch andernorts Erfolge feierten. El-Sayed kam als Sohn ägyptischer Einwanderer in Michigan zur Welt. Er studierte Medizin an der Columbia University und promovierte an der University of Oxford. Mit 30 Jahren stieg er zum Leiter des Gesundheitsamtes von Detroit auf. 2018 trat er bei den Vorwahlen für die Gouverneurswahl in Michigan an, unterlag aber Gretchen Whitmer. Zu seinen Kernforderungen gehören eine allgemeine staatliche Krankenversicherung, eine stärkere Besteuerung von Superreichen, die Absage an Großspenden von Unternehmen und Maßnahmen gegen den Klimawandel. El-Sayed vertritt zugleich eine sehr kritische Haltung gegenüber der israelischen Regierungspolitik und fordert einen Stopp von US-Militärhilfen. Er genießt einen großen Rückhalt im linken Flügel der eigenen Partei. Neben der Senatorin Elizabeth Warren haben sich unter anderem auch die Kongressabgeordneten Alexandria Ocasio-Cortez und Ro Khanna für ihn ausgesprochen.